13 Jahre Haft für tödliche Schüsse auf Parkdeck in Bielefeld

Nach tödlichen Schüssen auf einem Parkdeck soll ein 29-Jähriger nach einem Urteil des Landgerichts Bielefeld für 13 Jahre ins Gefängnis. Der Vorsitzende Richter Georg Zimmermann verurteilte den Deutschen am Dienstag unter anderem wegen Totschlags und versuchten Totschlags in mehreren Fällen. Damit schloss sich das Gericht der Forderung der Staatsanwaltschaft an. Die Nebenkläger hatten auf Mord plädiert, die Verteidiger hatten sich für eine deutlich geringere Strafe ausgesprochen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Verurteilte kann noch eine Überprüfung durch den Bundesgerichtshof in Karlsruhe beantragen.
Ein Außenschild vom Landgericht Bielefeld. © Friso Gentsch/dpa

Wie zum Prozessauftakt wurde das Urteil von zahlreichen Sicherheitskräften begleitet. Angehörige des 31-jährigen Opfers demonstrierten vor dem Landgericht.

Nach Überzeugung des Gerichts hat der 29-Jährige den 31-Jährigen im Dezember 2021 auf einem Parkdeck im Stadtteil Brackwede erschossen. Das hatte der Deutsche mit türkischer Herkunft auch gestanden. «Aber nicht jede Tötung ist ein Mord», sagte der Vorsitzende Richter zur Urteilsbegründung in Richtung der Nebenkläger.

Den Schüssen war ein Drogengeschäft vorausgegangen, das der 29-Jährige vermittelt hatte. Geliefert aber wurde nicht wie vereinbart Marihuana, sondern «falsche Drogen».

Um das zu klären, kam es zu einem Treffen. Der 29-Jährige hatte die Befürchtung, in eine Falle gelockt worden zu sein. Zuerst hatte er niemanden entdecken können, dann tauchten mehrere Männer auf. Der Verurteilte griff schnell zur Waffe und schoss aus seinem Fahrzeug heraus auf den 31-Jährigen, der hinter einem Auto Schutz suchte. Er konnte sich kurz verstecken, bekam dann aber noch zwei Kugeln in den Rücken und starb im Krankenhaus. Dann schoss sich der 29-Jährige den Weg frei, so die Überzeugung des Gerichts. Auch hier habe er damit rechnen müssen, dass die Schüsse tödlich sind.

Das Gericht ging deshalb von einem bedingten Tötungsvorsatz aus. Mordvermerkmale wie Heimtücke aber konnte das Gericht nicht erkennen. Möglicherweise hatte das Opfer, ein Deutscher mit kurdischer Herkunft, den 29-Jährigen zuvor mit einem Faustschlag auch im Gesicht verletzt. Das konnte im Prozess nicht geklärt werden.

Der Vorsitzende Richter bezeichnete das Drogengeschäft und den sich anschließenden Streit als «Angelegenheit aus einer Parallelgesellschaft».

© dpa
Weitere News
Top News
Fußball news
Transfermarkt: Ronaldo dementiert Einigung mit Al-Nassr: «Das stimmt nicht»
Das beste netz deutschlands
Katastrophenschutz: Was passiert am bundesweiten Warntag?
People news
Royals: Harry und Meghan: Preis für Engagement gegen Rassismus
Tv & kino
Featured: Operation Fortune streamen: Der Actionfilm mit Jason Statham im Heimkino
Wohnen
Zusammen günstig bauen: Wie Städte gemeinschaftliches Wohnen fördern
Das beste netz deutschlands
Featured: GIF erstellen mit iPhone: Per Live-Funktion, WhatsApp oder Kurzbefehl-App
Tv & kino
Talkshow: Kurt Krömer: Mein Körper hat «Chez Krömer» abgestoßen
Internet news & surftipps
Internet: Ukraine, WM, Olympia: Corona fliegt aus den Google-Charts
Empfehlungen der Redaktion
Regional nordrhein westfalen
Prozess: 13 Jahre Haft für tödliche Schüsse auf Parkdeck in Bielefeld
Regional niedersachsen & bremen
Kriminalität: Mordversuch mit Kampfhund: 46-Jähriger muss hinter Gitter
Regional rheinland pfalz & saarland
Landgericht Mainz: 38-Jährige erdrosselt: Mann wegen Mordes verurteilt
Regional niedersachsen & bremen
Landgericht Oldenburg : Mörder von Kind zu Freiheitsstrafe verurteilt
Panorama
Prozesse: Lebenslange Freiheitsstrafe für Raubmord am Hamburger Michel
Regional niedersachsen & bremen
Urteil: Tödliche Schüsse an Ampelkreuzung: Zehn Jahre Haft
Regional nordrhein westfalen
Mönchengladbach: Zehn Jahre Haft für Schüsse in blutigem Nachbarschaftsstreit
Regional hamburg & schleswig holstein
Mordprozess: Tödlicher Kopfschuss: Lebenslange Haft für Angeklagten