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Krupp-Krankenhaus beantragt Schutzschirmverfahren

Der größte Einzelaktionär des Industriekonzerns Thyssenkrupp, die Krupp-Stiftung, gibt viel Geld aus für den Gesundheitsbereich. Davon profitieren zwei Essener Krankenhäuser. Einer der Standorte muss nun dringend saniert werden.
Krupp-Krankenhaus beantragt Schutzschirmverfahren
Das Logo des Alfried-Krupp-Krankenhaus. © Bernd Thissen/dpa

Eins der beiden Krupp-Krankenhäuser in Essen ist in finanzielle Schieflage geraten. Für den Standort im Stadtteil Steele habe man am Montag einen Antrag auf Eröffnung eines Schutzschirmverfahrens beim zuständigen Amtsgericht gestellt, teilte das Alfried Krupp Krankenhaus in Essen mit. Hierbei handelt es sich um eine Sonderform des Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung, binnen drei Monaten soll ein Sanierungsplan erstellt werden. Stimmen die Gläubiger diesem zu, hat das Unternehmen wieder bessere Karten.

Das Krankenhaus Alfried Krupp Krankenhaus Steele hat 700 Beschäftigte und 320 Betten. Es ist ein Tochterunternehmen des etwa doppelt so großen Krupp-Krankenhauses im Stadtteil Rüttenscheid, das nicht von dem Schutzschirmverfahren betroffen ist. Es ist das erste Mal, dass ein Krupp-Krankenhaus ein Insolvenzverfahren durchlaufen muss.

Wie andere deutsche Krankenhäuser auch stehe man vor «strukturbedingten und gesundheitspolitischen Herausforderungen wie der Unterfinanzierung, dem Fachkräftemangel und den gestiegenen Kosten», sagte der Geschäftsführer der beiden Krupp-Krankenhäuser, Günther Flämig. «Die daraus resultierenden wirtschaftlichen Folgen machen eine Umgestaltung notwendig.» Eine langfristig tragfähige Ausrichtung für die medizinische Versorgung vor Ort soll gefunden werden.

Der Betrieb in Steele geht weiter und die Belegschaft wird vorerst von der Agentur für Arbeit bezahlt. «Während des Schutzschirmverfahrens ist die medizinische Versorgung der Patienten im Einzugsgebiet und darüber hinaus vollumfänglich sichergestellt», betont Flämig.

Der Vorstandssprecher der Krupp-Stiftung, Volker Troche, sagte, man schaue mit Sorge auf die derzeitige Entwicklung der Krankenhäuser in Deutschland. Die Stiftung habe in den vergangenen Jahren «hohe auch finanzielle Anstrengungen unternommen, um beide Standorte zu leistungsstarken Versorgern für Patientinnen und Patienten zu machen». «Wir als Stiftung werden alles im Rahmen unserer derzeitigen Möglichkeiten tun, um die Sanierung in Steele bestmöglich zu unterstützen», sagte Troche.

Die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung hält gut ein Fünftel des Stammkapitals des Industrie- und Stahlkonzerns Thyssenkrupp und ist damit größter Einzelaktionär. Der Konzern ist unter Druck und die Dividende deutlich niedriger als früher - das hatte auch Folgen für die Krupp-Stiftung, deren jährliches Budget sich aus der Dividendenausschüttung speist. Die Stiftung finanziert zwar Modernisierungen und andere Maßnahmen seiner Kliniken, aber nicht den laufenden Betrieb.

Die Krupp-Stiftung ist seit 1971 Träger des Rüttenscheider Krankenhauses, das derzeit 1800 Beschäftigte und 573 Betten hat. 2008 wurde der Standort Steele hinzugekauft.

Mit ihren Nöten steht das Krupp-Krankenhaus aus Essen-Steele nicht allein da. Deutschlands Klinken sind unter Druck, sie ächzen unter gestiegenen Kosten für Energie, Material und Personal. Im Juni hatte der katholische Krankenhausverbund Kplus aus Solingen ein Schutzschirmverfahren beantragt. Dort droht ein massiver Stellenabbau, drei Krankenhäuser stehen vor dem Aus.

© dpa
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