Soziale Wohnungswirtschaft beklagt Energie- und Baupreise

Nicht nur Mieterinnen und Mieter haben mit den stark gestiegenen Preisen zu kämpfen - auch die Wohnungswirtschaft selbst sieht sich vor großen Problemen. Für den dringend nötigen Wohnungsneubau sei aktuell kaum noch Geld da, beklagt ein großer Verband.
Bauarbeiter stehen beim Bau eines Mehrfamilienhauses. © Melissa Erichsen/dpa/Symbolbild

Wegen der stark gestiegenen Energie- und Baustoffpreise sieht die sozial orientierte Wohnungswirtschaft in NRW derzeit kaum noch Möglichkeiten für Neubauprojekte. Die Energie- und Baupreiskrise bringe den Wohnungsbau zum Erliegen, beklagte der Direktor des Verbandes der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft (VdW) Rheinland Westfalen, Alexander Rychter, am Dienstag in Düsseldorf. «Baupreissteigerungen, Zinswende, Lieferengpässe, Fachkräftemangel und nun die stark steigenden Energiepreise: Zurzeit ist es im Grunde unmöglich, den Wohnungsneubau ebenso wie die energetische Modernisierung verlässlich zu planen», sagte er.

Der Wohnungsneubau in Nordrhein-Westfalen habe sich so stark verteuert wie seit 1970 nicht. So sei der Baupreisindex für Wohngebäude zwischen Mai 2021 und Mai 2022 um 16,1 Prozent gestiegen. Vor allem Baustoffe seien teurer geworden. Beispielsweise Betonstahl habe sich in diesem Zeitraum um 72 Prozent verteuert.

Die 475 Mitgliedsunternehmen und -genossenschaften bewirtschaften rund 1,1 Millionen Wohnungen in Nordrhein-Westfalen. Davon würden mehr als 600.000 Wohnungen über eine zentrale Gasheizung beheizt. Gegenüber den Gasversorgern müssen die Unternehmen in Vorleistung treten, bevor die Kosten an die Mieterinnen und Mieter über die Nebenkosten weitergegeben werden könnten. So würden Finanzmittel gebunden, die eigentlich für Neubau- und Modernisierungsprojekte eingeplant waren.

«Wir gehen davon aus, dass die Vorauszahlung in diesem Jahr bei unseren Mitgliedern in Nordrhein-Westfalen um bis zu 2,28 Milliarden Euro höher ausfallen wird als 2021», so Rychter. Dies entspreche ziemlich genau der Summe, die die Mitglieder 2021 in die Modernisierung und Instandhaltung ihres Bestands investiert hätten. Knapp elf Prozent der VdW-Unternehmen müssten sogar Kredite aufnehmen, um die Vorleistungen stemmen zu können.

© dpa
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