Schiff stößt gegen Brücke: Verkehr staut sich

In der Nacht kracht ein mit 1600 Tonnen Kohle beladener Frachter mit dem Führerhaus gegen eine Brücke. Die Havarie hat Folgen für den Verkehr zu Wasser und auf der Straße.
Einsatzkräfte der Feuerwehr sind an einem Schiff auf dem Wesel-Datteln-Kanal im Einsatz. © Bludau Foto/dpa

Ein mit Kohle beladenes Schiff ist auf dem Wesel-Datteln-Kanal in Dorsten gegen eine Brücke gefahren und hat damit Sperrungen im Straßen- und Schiffverkehr verursacht. Das Führerhaus des Schiffs sei in der Nacht zum Donnerstag mit der Brücke kollidiert, teilte die Polizei mit. Es sei dabei komplett abgerissen worden, sagte ein Feuerwehrsprecher. «Es lag auf dem Deck.»

Ein Statiker sollte überprüfen, wie schwer die Brücke beschädigt ist und ob weiter Fahrzeuge darüberfahren können. Am Donnerstag war die darüber verlaufende Bundesstraße 224 - eine wichtige Verkehrsader in Dorsten - laut Polizei zunächst nur stadtauswärts befahrbar. Unter dem Bauwerk verliefen Versorgungsleitungen, sagte ein Polizeisprecher in Duisburg. Diese Leitungen seien aber nicht beschädigt.

Der Wesel-Datteln-Kanal wurde kurz nach dem Unfall am Mittwoch gegen 23.40 Uhr zwischen den Schleusen in Hünxe und Dorsten gesperrt. Am Donnerstag gegen 14 Uhr wurde die Sperrung Polizeiangaben zufolge wieder aufgehoben. Der Kanal gilt als einer der wichtigsten und verkehrsreichsten Schifffahrtskanäle Deutschlands. Für die Schifffahrt war laut einer Sprecherin der für westdeutsche Kanäle zuständigen Abteilung des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts (WSA) in Duisburg vor allem der havarierte Schubverband das Problem.

Der 170 Meter lange Schubverband - so nennt man die Kombination aus einem motorisierten Schiff, das einen sogenannten Leichter ohne Motor schiebt - besteht Polizeiangaben zufolge aus einem 95 Meter langen Schiff mit Motor und einem 75 Meter langen Leichter. Nach dem Unfall konnte er nicht mehr selbst weiterfahren, ging vor Ort vor Anker und ragte dabei noch in die Fahrrinne. Die Reederei des havarierten Schiffs wollte laut Polizei ein Schubschiff schicken, um den Weg frei zu machen. Außerdem musste demnach geprüft werden, ob etwas vom Führerhaus im Kanal lag.

Der Steuerstand des Schiffs war laut Polizei bei der Kollision nicht weit genug abgesenkt gewesen. Der Grund dafür müsse noch ermittelt werden. Da der Schubverband vom Rhein kam, der derzeit einen sehr niedrigen Wasserstand hat, könnte das Schiff wegen geringer Lademenge hoch im Wasser gelegen haben. Das Niedrigwasser auf dem Rhein hat auf den Wasserstand des Kanals aber keinen Einfluss. Der 42 Jahre alte Schifffsführer war beim Unfall allein im Führerhaus. Er wurde leicht verletzt und wurde vorsorglich ins Krankenhaus gebracht. An dem havarierten Schiff entstand ein Sachschaden von rund 200.000 Euro. Der mit 1600 Tonnen Kohle beladene Schubverband war von Rotterdam über den Rhein in den Kanal gekommen und war nach Lünen unterwegs.

© dpa
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