Festnahmen nach Ausschreitungen Kölner Fans in Nizza

27 Tage nach den Ausschreitungen vor dem Europacup-Spiel in Nizza hat die Polizei in Köln fünf Verdächtige festgenommen. Bei 16 mutmaßlichen Beteiligten wurden die Häuser durchsucht.
Fans laufen mit Pyrotechnik über eine Tribüne. © -/dpa/Archivbild

Pyrotechnik, Tritte ins Gesicht, Schläge mit Metallpfosten - es waren verstörende Bilder, die beim Europapokal-Spiel des 1. FC Köln bei OGC Nizza durch die Medien gingen. Knapp einen Monat nach den Ereignissen vom 8. September bekamen 16 mutmaßlich Beteiligte am Mittwochmorgen überraschenden Besuch von der Polizei: Rund 400 Beamte durchsuchten ihre Wohnungen in Köln, Hürth, Pulheim und Bergisch Gladbach. Gegen fünf Männer wurden Haftbefehle vollstreckt, wie die Kölner Polizei mitteilte.

Die 16 Verdächtigen seien alle bereits als «Gewalttäter Sport» bekannt, drei davon sogar als Intensivtäter, sagte Kripochef Michael Esser. Bei der Razzia stellten die Beamten unter anderem Schlagstöcke, Bengalos und Taser sicher. Außerdem beschlagnahmten sie die Handys der Verdächtigen - sie sollen jetzt ausgewertet werden, in der Hoffnung, so auf weitere Täter zu stoßen. Wesentlich zur Aufklärung beigetragen hätten Zeugen, die insgesamt rund 800 Dateien in ein Hinweisportal der Polizei eingestellt hätten, darunter 600 Videos. Der FC sprach noch am Mittwoch gegen alle 16 Personen «per sofort und bis auf weiteres ein örtliches Stadionverbot» aus. Über die Zentrale Informationsstelle der Polizei (ZIS) werde zudem ein bundesweites Stadionverbot angeregt.

Den fünf Festgenommenen im Alter von 22 bis 43 Jahren werden laut Polizei schwerer Landfriedensbruch und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Bei den anderen Verdächtigen lagen die Voraussetzungen für einen Haftbefehl nicht vor, wie Esser sagte.

Der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) sagte in Düsseldorf, die Bilder der Ausschreitungen von Nizza seien entsetzlich gewesen: «Offenbar haben diese Leute nur eines im Sinn: Randale, Krawall und Gewalt. Mit Fußball oder Fan-Kultur hat das nichts zu tun.» Der Kölner Polizeipräsident Falk Schnabel sagte: «Die Täter von Nizza haben nicht nur ihren Opfern schwere Schäden zugefügt, sondern auch dem 1. FC Köln und dem Ansehen des Fußballs.»

Die Personalien aller Verdächtigen seien am Mittwoch an den 1. FC Köln weitergeleitet worden, damit der Verein Stadionverbote verhängen könne, sagte Schnabel. Der FC müsse sich nun daran messen lassen, «ob er zügig mit Maßnahmen, die seine Zuständigkeit sind, reagiert». Die Kölner Polizei habe ihrerseits für bislang zwei Verdächtige Stadion-Betretungsverbote ausgesprochen.

Die Razzien seien bewusst auf den Tag vor dem nächsten Gruppenspiel in der Conference League gelegt worden - um «ein deutliches, und auch abschreckendes Signal gegen Gewalt im Fußball setzen», wie Schnabel sagte. Am Donnerstag spielt der 1. FC Köln zu Hause gegen Partizan Belgrad. Dazu werden nach Angaben von Kripochef Esser 270 Ultras und 80 Hooligans von Kölner Seite erwartet. Unter den 700 Gästefans seien voraussichtlich 100 bis 150 «Risiko-Personen».

Der 1. FC Köln ist wegen der Fan-Ausschreitungen bereits von der UEFA bestraft worden. Die Rheinländer wurden zu einer Geldstrafe in Höhe von 100.000 Euro verurteilt, außerdem dürfen in den zwei kommenden Auswärtsspielen in der Conference League keine Tickets an die FC-Fans verkauft werden. Bestraft wurde das Abbrennen von Pyrotechnik, das Werfen von Gegenständen und die Unruhen auf den Rängen beim Spiel in Nizza.

© dpa
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