Babysitter soll vier Kinder missbraucht haben: Haftbefehl

08.06.2022 Schon wieder steht ein Babysitter unter dem Verdacht des Kindesmissbrauchs. Genau wie der Hauptbeschuldigte im Fall Wermelskirchen soll auch der Mann aus Köln seine Betreuungs-Dienste über das Internet angeboten und so seine Opfer gefunden haben.

Ein Einsatzwagen der Polizei steht vor einer Dienststelle. © Friso Gentsch/dpa/Symbolbild

Ein Mann aus Köln soll als Babysitter vier Kinder missbraucht haben. Gegen den 33-Jährigen sei Haftbefehl wegen schweren sexuellen Missbrauchs erlassen worden, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit. Die mutmaßlichen Opfer seien zwischen zwei und sieben Jahren alt, eines der Kinder habe eine Behinderung. Nach bisherigen Ermittlungen soll der Mann seine Dienste als Betreuer über eine Internetplattform angeboten haben. Erst Ende Mai hatte die Kölner Polizei von einem großen Missbrauchsfall berichtet: Der Hauptbeschuldigte aus Wermelskirchen soll seine Opfer ebenfalls als Babysitter über das Internet gefunden haben.

Jedoch: Das neue Verfahren resultiere nicht aus den Ermittlungen zum Missbrauchskomplex Wermelskirchen, betonte die Staatsanwaltschaft. Nach bisherigem Stand hätten beide Fälle nichts miteinander zu tun. Wegen der offenkundigen Parallelen werde das neue Verfahren aber ebenfalls von der Besonderen Aufbauorganisation (BAO) «Liste» bei der Kölner Polizei bearbeitet, die sich um Wermelskirchen kümmert. In dem Missbrauchskomplex sind erst zehn Prozent aller Daten ausgewertet.

Der 44-Jährige Wermelskirchener soll mindestens zwölf Kinder missbraucht und mit dutzenden anderen Männern kinderpornografische Bilder und Videos «von unvorstellbarer Brutalität» getauscht haben. Bislang haben die Ermittler 73 Verdächtige und 33 Opfer identifiziert, das jüngste war erst einen Monat alt. Auch Kinder mit Behinderungen waren unter den Opfern.

Dem nun in Köln-Zollstock festgenommene 33-Jährigen war die Polizei durch die Anzeige einer Mutter auf die Spur gekommen, deren vierjährige Tochter er missbraucht haben soll. Der Beschuldigte schweige zu den Vorwürfen. Die Ermittler stellten zahlreiche Datenträger bei ihm sicher, die Auswertung dauere noch an.

© dpa

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