Demo für Lützerath am Tagebau: «Keine Kohle für RWE»

Der Weiler Lützerath am Tagebau Garzweiler ist ein Protestsymbol der Klimaschützer. Seine ursprünglichen Bewohner leben hier nicht mehr. Dafür sind Aktivisten gekommen. Nun soll der Ort verschwinden - Klimaschützer nehmen das nicht hin.
Das von Aktivisten beklebten Dorfeingangs-Schild von Lützerath. © David Young/dpa

Klimaschützer haben am Sonntag in Lützerath am Braunkohletagebau Garzweiler gegen das geplante Abbaggern des Ortes demonstriert. Die Protestaktion wurde als Dorf-Spaziergang organisiert, der bis auf weiteres jeden Sonntagmittag wiederholt werden soll. Zu den Organisatoren gehört die Initiative «Alle Dörfer bleiben». Ein Sprecher schätzte die Teilnehmerzahl auf 200 bis 300, ein dpa-Reporter vor Ort dagegen auf etwa 150 Protestierende.

Auf Plakaten war unter anderem zu lesen: «Hier entscheidet sich auch, ob unser Planet überlebt» oder «Keine Kohle für RWE - Lützi bleibt». Bei der Verstromung von Kohle entsteht das Treibhausgas Kohlendioxid. Der Spaziergang wurde nicht von der Polizei begleitet.

In dem aus wenigen Häusern bestehenden Weiler an der Kante des großen Tagebaus leben seit mehr als einem Jahr Aktivisten, die verhindern wollen, dass der Ort für die darunter liegende Braunkohle verschwindet. Lützerath, das hier «Lützi» genannt wird, ist zu einem neuen Symbol für die Protestbewegung geworden. Die ursprünglichen Bewohner sind bereits weggezogen.

Der Bund, das Land NRW und der Energiekonzern RWE haben vereinbart, dass RWE im Jahr 2030 vorzeitig aus der Braunkohle aussteigt. Zu der Übereinkunft gehört, dass im Umfeld des Tagebaus Garzweiler fünf Dörfer erhalten bleiben, aber Lützerath in Anspruch genommen wird.

Die Vereinbarung hatten am Dienstag NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur und Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (beide Grüne) sowie RWE-Chef Markus Krebber vorgestellt.

Gegen das beschlossene Ende des Orts regt sich Protest aus den Reihen der Klimaschützer. Sollte Lützerath tatsächlich geräumt werden, würden die Aktionen «anziehen», sagte David Dresen, Sprecher von «Alle Dörfer bleiben», der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf.

Auf die Frage, ob der Protest angesichts der jüngsten politischen Beschlüsse kein aussichtsloses Unterfangen sei, entgegnete er, die entsprechenden Gesetzesänderungen seien noch nicht beschlossen. Änderungen der aus Sicht der Klimaschützer energiewirtschaftlich unnötigen Kohle-Pläne seien immer möglich. Das Bündnis werde weiterhin demonstrieren: «Wir sind nicht einverstanden.»

© dpa
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