Games Music Hörbücher Gymondo MyTone Alle Services
vodafone.de

Klage zu «Bild»-Bericht: Pfarrer bekommt nur teils Recht

Das Kölner Oberlandesgericht hat einem Pfarrer nach einer Unterlassungsklage wegen «Bild»-Berichterstattung in Teilen Recht gegeben, mehrere von dem Geistlichen monierte Passagen aber als angemessen eingestuft. «Bild» darf ihn nicht als «Sexualstraftäter» bezeichnen oder behaupten, er habe sexuelle Handlungen mit einem Minderjährigen gestanden, wie das OLG am Donnerstag mitteilte. Bezeichnungen wie «Missbrauchspriester» sah das Gericht aber sehr wohl als zulässig an.
Landgericht Köln
Blick auf das Landgericht. © Oliver Berg/dpa

Damit schwächte das OLG eine Entscheidung des Landgerichts Köln ab, das dem Pfarrer noch in sämtlichen Punkten Recht gegeben hatte. «Bild» war dagegen in Berufung gegangen und verbuchte die Entscheidung vom Donnerstag als Erfolg.

Der Priester war von Kardinal Rainer Maria Woelki zum stellvertretenden Düsseldorfer Stadtdechanten befördert worden. Jahre zuvor hatte der Priester mit einem 16 Jahre alten Prostituierten Sex gehabt. Im Zuge der Berichterstattung über den Umgang mit Missbrauchstaten im Erzbistum Köln geriet er ins Rampenlicht. Gegen viele der von dem Priester monierten Bezeichnungen hatte sich bereits Woelki juristisch gewehrt und im März vom OLG Köln in Teilen Recht bekommen.

Das OLG monierte in seiner Entscheidung vom Donnerstag etwa die Passage «Kardinal [..] hat einen Priester befördert - obwohl dieser zuvor Kindesmissbrauch gestanden hat». Es handle sich um eine unwahre Tatsachenbehauptung. Auch die Bezeichnung als «Sexualstraftäter» sei unzulässig. Es werde nicht erwähnt, dass die Vorfälle aus dem Jahr 2001 damals nicht Gegenstand staatlicher Ermittlungen gewesen seien.

Eine zulässige Meinungsäußerung stelle dagegen «Kardinal [..] beförderte Missbrauchs-Priester» dar. Der entsprechende Artikel betreffe «eine die Öffentlichkeit wesentlich berührende Frage und leiste einen Beitrag zur öffentlichen Meinungsbildung». Auch eine Passage über «Saunabesuche, Alkohol, Masturbation und das Vorspielen von Pornofilmen im Zusammenhang mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen» darf weiter verwendet werden: Es stehe zur vollen Überzeugung des Senats fest, dass es diese gegeben habe.

Ein Sprecher der «Bild»-Gruppe teilte mit, es werde deutlich, dass man bei der Aufklärung von Vertuschung und Missbrauch im Erzbistum Köln wichtige Arbeit geleistet habe. Die Entscheidung sei ein Erfolg für «Bild» sowie jede kritische Presse.

© dpa
Das könnte Dich auch interessieren
Empfehlungen der Redaktion
Sandra Hüller
Tv & kino
«Anatomie eines Falls» mit Sandra Hüller großer César-Sieger
Andreas Desen
Tv & kino
Berlinale 2024: Wer gewinnt den Goldenen Bären?
Sharon Stone
People news
Sharon Stone: «Ich liebe die Gen Z»
Google
Internet news & surftipps
Googles KI generiert keine Bilder von Personen mehr
Mobilfunkmast
Internet news & surftipps
Internetverband rechnet mit Zunahme des 5G-Datenverkehrs
Sundar Pichai
Internet news & surftipps
Google-Chef für globales KI-Regelwerk
Xabi Alonso
Fußball news
Bayer-Coach Alonso «stolz» über Pflichtspiel-Rekord
Drei Personen im Vorstellungsgespräch
Job & geld
Warum sich Offenheit im Vorstellungsgespräch auszahlt