Katholische Reformgruppen fordern mehr Demokratie

Von #OutInChurch bis zum Frauenbund - zahlreiche katholische Reformgruppen haben sich am Wochenende in Köln getroffen, um sich besser zu vernetzen. Sie hatten eine klare Botschaft für die deutschen Bischöfe.

Kurz vor Beginn der der Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz haben katholische Reformgruppen mehr Demokratie und Mitbestimmung in der Kirche gefordert. In einem am Sonntag veröffentlichten «Gemeinsamen Wort» riefen 36 Reformgruppen, Betroffenen-Vereinigungen und Verbände zum Abschluss einer «Kirchen-Volks-Konferenz» in Köln dazu auf, «eine geschlechtergerechte und vielfältige Lebensformen anerkennende Kirche zu schaffen». Zudem mahnten sie Gewaltenteilung und eine Charta der Grundrechte in der Kirche an.

Maria Mesrian von der Reformbewegung Maria 2.0 warf die Frage auf, mit welchem Recht einige wenige Bischöfe über die immensen finanziellen Mittel der Kirche verfügten. «Wem gehört die Kirche und wem gehört das Vermögen der Kirche?», fragte Mesrian. «Wer verwaltet mit welchem Recht Millionen und Milliarden?»

Zudem kritisierte sie, dass auch eine Minderheit der Bischöfe beim Reformprozess Synodaler Weg Beschlüsse blockieren könne, da jeweils eine Zwei-Drittel-Mehrheit der Bischöfe nötig sei. «Mit dieser Sperrminorität können nun dieselben Bischöfe, die Täter gedeckt und Taten vertuscht haben, dringend notwendige Reformen zur Beseitigung der systemischen Ursachen des Missbrauchs verhindern. Das ist absurd.» Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) hätte sich niemals auf dieses Statut einlassen dürfen, kritisierte Mesrian. Der Synodale Weg wird von der Deutschen Bischofskonferenz gemeinsam mit den im ZdK vertretenen Laien organisiert.

Hauptziel der zweitägigen Konferenz in Köln war eine bessere Vernetzung der Reformgruppen. «Wir wollen gemeinsam Rettungsboote bauen, während der Wasserspiegel der Glaubwürdigkeit der verfassten katholischen Kirche nicht nur in Köln, nicht nur im Rhein weiter unentwegt sinkt und sinkt und sinkt», sagte Christian Weisner von «Wir sind Kirche». Es gehe nicht darum, dass alle künftig nur noch mit einer Stimme sprechen sollten - dafür seien die Organisationen auch zu vielfältig. Alle sähen aber die Notwendigkeit, sich zu wichtigen Anlässen noch besser abgestimmt zu Wort zu melden, um wirklich gehört zu werden und ein Gegengewicht zu konservativen Gruppen und Traditionalisten in der Kirche zu bilden.

Zu den beteiligten Organisationen gehörten unter anderem der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) und die Bewegung #OutInChurch, die im vergangenen Jahr in einer Aufsehen erregenden Aktion die Diskriminierung queerer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Kirche angeprangert hatte. Der Stand des Reformprozesses Synodaler Weg ist auch eines der wichtigsten Themen bei der am Montag beginnenden viertägigen Herbstvollversammlung der deutschen Bischöfe in Fulda.

© dpa
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