Mutmaßlicher «Pink Panther» vor Gericht

Immer wieder hat die international tätige Juwelen-Räuberbande «Pink Panther» mit ihren Taten für Aufsehen gesorgt. Mehrere Mitglieder wurden bereits zu Haftstrafen verurteilt. Nun beginnt in Köln der Prozess gegen einen 34-Jährigen.
Polizisten stehen am 08.10.2016 in Esslingen an einem Transporter, der zuvor überfallen wurde. © picture alliance / SDMG/dpa/Archivbild

Ein mutmaßliches Mitglied der berüchtigten «Pink Panther» steht von Dienstag (5. Juli) an in Köln vor Gericht. Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen beginnt vor dem Landgericht der Prozess gegen den 34-Jährigen, unter anderem wegen bandenmäßigen schweren Raubes. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft war der Mann an drei Überfällen auf Juweliere und Geldtransporter beteiligt - Gesamtbeute: mehr als 700.000 Euro. Die Bande hatte in der Vergangenheit immer wieder mit spektakulären Raubüberfällen weltweit Schlagzeilen gemacht.

Der 34-Jährige soll laut Anklage zusammen mit Komplizen 2015 und 2016 zwei Juwelierläden in Köln überfallen haben. In einem Fall drangen die Täter mit Sturmgewehren bewaffnet in das Geschäft ein, fesselten den Inhaber mit pinkfarbenen Handschellen und erbeuteten Goldschmuck im Wert von rund 100.000 Euro. Anschließend flüchteten sie mit einem bereitstehenden Fahrzeug.

Dieser Überfall wurde Mitte 2020 in der ZDF-Sendung «Aktenzeichen XY...ungelöst» gezeigt. Daraufhin kam aus der Schweiz der entscheidende Hinweis, der nach früheren Angaben der Staatsanwaltschaft zu teils verdeckten Ermittlungen im Ausland und dann zur Identifizierung des Verdächtigen führte.

Im vergangenen Jahr wurde der Mann bei einer Passkontrolle am Flughafen von Barcelona verhaftet. Die spanischen Behörden lieferten ihn dann nach Deutschland aus.

Der Angeklagte soll außerdem 2016 an einem Überfall auf einen Schmucktransporter in Esslingen (Baden-Württemberg) beteiligt gewesen sein. Für diese Tat hatte das Landgericht bereits 2017 drei Männer zu langen Haftstrafen verurteilt.

Bei dem Prozess wird es nach Angaben einer Gerichtssprecherin strenge Einlasskontrollen geben, Polizisten werden das Gebäude bewachen. Ähnlich wie bei dem Mammut-Prozess wegen Raubes gegen Reemtsma-Entführer Thomas Drach könnte es vorübergehend auch zu Straßensperrungen kommen: Der Angeklagte wird entweder in einem gepanzerten Fahrzeug oder mit einem Hubschrauber gebracht.

Für den Prozess sind 16 Verhandlungstage bis Ende September angesetzt.

© dpa
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