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Hunderte demonstrieren gegen Polizeigewalt in Dortmund

Mehrere Hundert Menschen haben am Samstag in Dortmund gegen Polizeigewalt und für die Aufklärung der tödlichen Polizeischüsse auf einen 16 Jahre alten Flüchtling demonstriert. Zwei Bündnisse hatten zeitgleiche Veranstaltungen in der Innenstadt angemeldet. Vor dem Hauptbahnhof setzte sich nach einer Auftaktkundgebung ein Demozug des «Solidaritätskreises Mouhamed» in Bewegung, an dem sich nach letzten Angaben eines Polizeisprechers rund 1200 Menschen beteiligten. Zur Demonstration des «Freundeskreises Mouhamed», bei der auch ein Konzert geplant war, kamen nach ersten Schätzungen der Polizei etwa 70 Menschen. Beide Veranstaltungen verliefen friedlich und ohne Störungen, sagte der Sprecher weiter.
Ein Jahr nach Polizeischüssen auf 16-Jährigen in Dortmund
Demonstrierende nehmen am Jahrestag von Polizeischüssen auf einen 16-Jährigen an einer Mahnwache teil. © Dieter Menne/dpa

Die Demonstrationen fanden anlässlich des ersten Todestags des 16-Jährigen statt. Der Jugendliche, der aus dem Senegal stammte, war am 8. August 2022 auf dem Gelände einer Jugendhilfeeinrichtung erschossen worden. Er soll zunächst gedroht haben, sich mit einem Messer zu töten, und wurde bei dem Einsatz von der Polizei erst mit Pfefferspray und zwei Tasern beschossen. Schließlich schoss ein Polizist mit einer Maschinenpistole, der Jugendliche starb im Krankenhaus. Die Staatsanwaltschaft hat gegen den Schützen Anklage wegen des Vorwurfs des Totschlags erhoben. Die vier anderen Polizisten müssen sich wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung beziehungsweise Anstiftung dazu verantworten.

Zum Jahrestag des Einsatzes am vergangenen Dienstag hatte bereits eine Mahnwache in der Nähe des damaligen Einsatzortes stattgefunden. Am selben Tag kam es außerdem zu einer Auseinandersetzung zwischen Mitarbeitern des Ordnungsamtes und Aktivisten des Solidaritätskreises, die auf einem Dortmunder Wochenmarkt Flyer für die anstehende Demonstration am Samstag verteilen wollten. Dies ist nach Angaben der Stadt nicht gestattet. Da die beiden Aktivisten die Flyer nicht woanders verteilen wollten, sollten diese sichergestellt werden, wie eine Stadtsprecherin mitteilte. Ein Aktivist habe «erheblichen Widerstand» geleistet. Er sei gefesselt und in ein Büro des Ordnungsamtes gebracht worden, wo seine Personalien aufgenommen worden seien. Der Solidaritätskreis teilte Videos der Auseinandersetzung auf Instagram und kritisierte das Vorgehen des Ordnungsamtes. «Wir sind wütend und fassungslos», hieß es.

© dpa
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