Malteser wollen beim Thema Rassismus sensibler werden

Die Malteser wollen mit gezielten Maßnahmen die Sensibilität der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Kampf gegen Rassismus und Diskriminierung erhöhen. Nach Vorwürfen, die im vergangenen Monat in der «taz» erhoben worden waren, leitete das katholische Hilfswerk eine interne Prüfung ein. Die «taz» hatte unter anderem berichtet, dass auf einer Malteser-Wache Mitarbeiter in einer Chatgruppe rassistische und sexistische Memes ausgetauscht hätten.
Das Logo der Malteser ist an der Jacke eines Helfers zu sehen. © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Da die Angaben anonym erfolgt seien, habe man sie nicht einwandfrei zuordnen können und daher eine interne Prüfung im gesamten Bundesland veranlasst, teilte ein Sprecher der Malteser der Deutschen Presse-Agentur in Köln mit. Im vorläufigen Ergebnis ließen sich die Vorwürfe jedoch nicht mehr verifizieren. «Denn Chatverläufe, die laut «taz» rassistische und sexistische Äußerungen enthielten, konnten wir als Arbeitgeber nicht einsehen, da sie sich als Bestandteil des privaten Raumes einem dienstlichen Zugriff entziehen. Auch die angeblichen Äußerungen eines Mitarbeitenden, «Ich würde die Flüchtlinge lieber anzünden, als einem von ihnen zu helfen», konnten nach Befragung von Mitarbeitenden nicht mehr einer Person einwandfrei zugeordnet werden.»

Man wisse aber durchaus, dass der Umgang mit hilfsbedürftigen Menschen auch bei den Maltesern kultursensibler werden müsse. Insbesondere solle künftig die Perspektive von sich diskriminiert fühlenden Personen stärker beachtet werden. Dazu müsse auch der Sprachgebrauch überprüft werden, so der Sprecher. «Rassistische Äußerungen dürfen nicht verharmlost werden. Die vorhandenen Meldewege sollen künftig noch besser genutzt werden können. Auch anonymisierten Hinweisen wird in der Fallbearbeitung mehr Bedeutung gegeben.»

In den kommenden Monaten würden die Malteser nicht nur im Rettungsdienst, sondern in allen Bereichen gezielte Maßnahmen ergreifen, um die Sensibilität gegen alle Formen von Diskriminierung und Rassismus deutlich zu erhöhen. «Insbesondere erweitern wir Berufsausbildungen, Qualifizierungen und (Pflicht-)Fortbildungen, um kultursensible Bereiche verständlicher zu machen und dadurch aufkeimendem Rassismus den Nährboden zu entziehen. Dazu werden wir auch mit externen Profis zusammenarbeiten.» Außerdem würden die verpflichtenden Jahresgespräche um die Themen Diskriminierung und Rassismus erweitert.

Die Johanniter, gegen die in dem «taz»-Bericht ebenfalls Vorwürfe erhoben worden waren, befinden sich nach eigenen Angaben in einem intensiven Prüfprozess. Daran sei auch ein externes Expertenteam beteiligt, teilte eine Sprecherin der evangelischen Hilfsorganisation mit. Die Untersuchung sei aber noch im Gange.

Die «taz» hatte unter anderem berichtet, dass bei den Johannitern in Köln die Geburtstage von Adolf Hitler und anderen Nazi-Größen in einen Wandkalender eingetragen worden seien. Rettungskräfte seien dort auch als Reichsbürger und durch eine Nähe zur rechtsextremen Identitären Bewegung aufgefallen.

© dpa
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