Prozess gegen terrorverdächtigen Essener Schüler startet

Nach dem vereitelten Terroranschlag auf ein Gymnasium in Essen soll in der kommenden Woche der Prozess gegen einen rechtsradikalen Schüler starten. Das hat eine Sprecherin des Düsseldorfer Oberlandesgerichts am Montag mitgeteilt. Demnach beginnt der Prozess am 9. Dezember, zehn Verhandlungstage seien geplant.
Die Justitia ist an einer Scheibe am Eingang zum Oberlandesgericht zu sehen. © Rolf Vennenbernd/dpa/Symbolbild

Da der angeklagte Schüler zur Tatzeit minderjährig war, ist mit einem Ausschluss der Öffentlichkeit zu rechnen. Die Ermittler gehen davon aus, dass der damals 16-Jährige am 13. Mai dieses Jahres am Essener Don-Bosco-Gymnasium ein Blutbad anrichten wollte. Einen Tag vorher war er nach dem Hinweis eines Mitschülers im Elternhaus festgenommen worden.

Die Bundesanwaltschaft hatte die Ermittlungen wegen der «besonderen Bedeutung» des Falls übernommen. Es hätten «Lehrer sowie eine größere Anzahl von Schülern getötet werden» sollen. Die Bundesanwaltschaft wirft dem 17-Jährigen die Vorbereitung eines Terroranschlags, Terrorismusfinanzierung und Verstöße gegen das Waffen- und Sprengstoffgesetz vor.

In einem Beschluss des Bundesgerichtshofs vom August heißt es: «Die gefestigte rassistische Gesinnung des Beschuldigten, seine massive Gewaltbereitschaft und der von ihm über mehrere Jahre für die Tat betriebene Aufwand sprechen in hohem Maße für seine schädlichen Neigungen und die Schwere der Schuld.»

Polizisten hatten bei dem Deutschen unter anderem Armbrüste, Messer, Macheten, Luftdruckpistolen und Materialien für Rohrbomben gefunden - «alles, was für den Bau einer Sprengvorrichtung (...) wesentlich ist». Die Einzelheiten des geplanten «Massakers» habe der Jugendliche in einem Tagebuch und einem «Manifest» ausgearbeitet.

Für Nachahmer habe er umfangreiche Handlungsanweisungen verfasst und Videobotschaften aufgezeichnet. Im Gefängnis habe er gegenüber Bediensteten «offen von seinem Anschlagsplan, seinen Mordfantasien, seinem Ausländerhass» und seiner Bewunderung für frühere rechtsextremistische Attentäter gesprochen und «hiervon bisher keinen Abstand genommen».

© dpa
Weitere News
Top News
Job & geld
Kaum Handhabe: Streiks in Postzentren: Das gilt bei verspäteter Zustellung
Sport news
Sportpolitik: Nach IOC-Beschluss: Ukraine droht mit Olympia-Boykott
Tv & kino
RTL-Show: Schluck-Streit im Dschungelcamp - Claudia Effenberg ist raus
Tv & kino
Science-Fiction-Film: «Avatar 2» rutscht auf Weltrangliste auf fünften Platz vor
Internet news & surftipps
Bundesgerichtshof : Urteil: Amazon haftet nicht für sogenannte Affiliate-Links
Internet news & surftipps
Internet: Ermittler zerschlagen kriminelle Cyber-Gruppe
Internet news & surftipps
Internet: Facebook-Konzern Meta hebt Sperre für Trump auf
People news
Band: AnnenMayKantereit finden zivilen Ungehorsam legitim
Empfehlungen der Redaktion
Regional nordrhein westfalen
Rechtsextremismus: Terrorverdächtiger Schüler wegen Anschlagsplänen angeklagt
Inland
Terrorismus: Schüler plante Anschlag: Geständnis vor Gericht angekündigt
Regional nordrhein westfalen
Prozess: Rechter Bombenbau im Kinderzimmer: Gymnasiast vor Gericht
Inland
Rechtsextremismus: Terrorverdacht in Essen: Details zur Festnahme im Mai
Inland
Prozess: Rechter Bombenbau im Kinderzimmer: Gymnasiast vor Gericht
Panorama
Nordrhein-Westfalen: Schüler soll Lehrerin in Ibbenbüren umgebracht haben