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Games-Branche warnt vor Folgen von gekürztem Förderbudget

In der kommenden Woche werden wieder Zehntausende Computerspiel-Fans zur Gamescom strömen, viele von ihnen bunt kostümiert als Cosplayer. Die Stimmung dürfte gut sein in den Hallen der Kölner Messe. Doch in der deutschen Gamesbranche drückt der Schuh.
Computer- und Videospielemesse «Gamescom»
Messebesucher der Computer- und Videospielemesse «Gamescom» testen ein Computerspiel. © Oliver Berg/dpa

Deutschlands Branche für Computer- und Videospiele droht nach Einschätzung des Verbands Game ins Hintertreffen zu geraten, sollte der Bund seinen Sparkurs bei der Förderung fortsetzen. «Zu anderen Standorten der Welt befinden wir uns in einer Aufholjagd, die droht von der Regierung nun wieder abgewürgt zu werden», sagte Game-Geschäftsführer Felix Falk in Köln, wo in der kommenden Woche die Gamescom stattfindet, die weltgrößte Computer- und Videospielemesse (23. bis 27. August). «So schafft es Deutschland nicht, Firmen anzuziehen und weitere Jobs entstehen zu lassen.»

Nach einer Testphase hatte die Games-Förderung Ende 2020 mit einem Jahresvolumen von 50 Millionen Euro richtig angefangen, im Herbst 2022 stieg dieser Betrag aufgrund einer Entscheidung des Bundestages auf 70 Millionen Euro. Im Mai 2023 verhängte das Bundeswirtschaftsministerium dann aber aufgrund hoher Nachfrage einen Förderantragsstopp. Dem Haushaltsentwurf der Bundesregierung zufolge soll der Förderbetrag im kommenden Jahr auf 48,7 Millionen Euro fallen.

Aus Sicht des NRW-Medienministers Nathanael Liminski (CDU) ist die Kürzung «ein herber Rückschlag für den Gamesstandort Deutschland». «Unsere Entwickler und Produzenten brauchen Planungssicherheit, um wettbewerbsfähig zu bleiben.» Unter den aktuellen Bedingungen werde Deutschland nicht mit anderen Staaten wie Kanada oder Frankreich mithalten können. «Die Bundesregierung soll aufhören, große Worte zu schwingen und anfangen, den Gamesunternehmen in Deutschland eine Perspektive aufzuzeigen», sagte der Landespolitiker, dessen Partei im Bundestag auf der Oppositionsbank sitzt.

«Dieses Hin und Her in der deutschen Förderpolitik ist Gift für den Standort», sagt Branchenvertreter Falk. Staaten wie Kanada, Frankreich oder Großbritannien täten schon seit Jahren viel, damit sich ein möglichst großer Teil der Wachstumsbranche bei ihnen ansiedele. So eine Entschlossenheit für vergleichbare Standortbedingungen ließe die Bundesregierung hingegen vermissen. Dass der Bund ausgerechnet jetzt das Förderbudget kürze, sei ein schlechtes Signal an die weltweite Branche. Dadurch entstehe Unsicherheit, wie ernst es Deutschland meine mit der Wettbewerbsfähigkeit für Games.

Falk plädiert außerdem dafür, zusätzlich zu den Fördermitteln eine steuerliche Games-Förderung zu ermöglichen: Entwicklungskosten sollten steuerlich anrechenbar werden, wodurch Investitionen in deutsche Standorte attraktiver würden. In Großbritannien und Frankreich sei dies seit langem möglich. «Das bringt die Planungssicherheit für die Unternehmen, die der Games-Standort Deutschland dringend braucht.»

In Deutschlands Games-Branche arbeiten nach Verbandsangaben rund 12.000 Menschen. In Kanada, dessen Bevölkerungszahl nur etwa halb groß ist wie die deutsche, sind es hingegen etwa dreimal so viele. Falk meint: «Daran sieht man, was für ein Potenzial die Branche hat - und dass dieses Potenzial in Deutschland noch immer nur teilweise gehoben wurde.» Seit 2020 sei die Anzahl der Games-Unternehmen um knapp die Hälfte auf 908 gestiegen. «Das zeigt beeindruckend, dass die Richtung stimmt. Wir dürfen als Deutschland jetzt nur nicht nachlassen.»

© dpa
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