BVB in Europa wieder vor Gelber Wand

Auch mit Hilfe der Fans will Borussia Dortmund in dieser Saison wieder besser in der Champions League abschneiden als in der vorigen Spielzeit. Die Zuschauerkapazität im Stadion ist nun deutlich höher.
Borussia Dortmunds Kapitän Marco Reus nimmt an einer Pressekonferenz teil. © Marco Steinbrenner/dpa/Archivbild

Bei Borussia Dortmund kehrt der Zauber einstiger Europapokal-Nächte zurück. Erstmals seit 1998 ist die fast 25.000 Zuschauer fassende Südtribüne bei internationalen Spielen wieder für Stehplätze freigegeben. Davon profitiert der Revierclub in besonderem Maße. Schließlich erhöht sich die Stadionkapazität von bislang 66.099 Plätzen um mehr als 15.000 auf 81.365 Plätze. Das verheißt laut Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke Mehreinnahmen zwischen 1,5 und zwei Millionen Euro.

Kapitän Marco Reus hofft, dass die gewachsene Unterstützung auch zu einen sportlichen Mehrwert und einem heutigen Sieg über den FC Kopenhagen verhilft: «Wir freuen uns alle riesig, dass die ganze Gelbe Wand da ist. Das macht einen deutlichen Unterschied und wird hoffentlich ein Spektakel.»

Wie der Nationalspieler setzt auch Edin Terzic auf eine beflügelnde Wirkung. Der Coach erinnerte an die vergangenen Duelle mit dem FC Sevilla und Manchester City, gegen die der BVB in der Saison 2020/21 das Achtel- und Viertelfinale coronabedingt vor leeren Rängen bestreiten musste. Beide Teams sind in diesem Jahr neben Kopenhagen die Gruppengegner. «Vor zwei Jahren hatten wir beide Teams bei uns - in einem leeren Stadion. Deshalb freuen wir uns umso mehr, dass diesmal so viele Fans wie möglich kommen, um uns zu unterstützen», sagte Terzic.

Nach dem Beschluss des UEFA-Exekutivkomitees sind wieder Stehplätze bei internationalen Spielen erlaubt. Deutschland ist gemeinsam mit England und Frankreich Teil des Pilotprojekts, das zunächst für ein Jahr gilt. Im Jahr 1998 hatte die UEFA das Verbot für Stehplätze für Europacup- und Länderspiele eingeführt und war damit dem Beispiel des britischen Fußballs gefolgt. Dort waren Stehplätze infolge der Hillsborough-Katastrophe vom 15. April 1989 aus allen Stadien verbannt worden.

Damals waren beim Pokal-Halbfinale zwischen dem FC Liverpool und Nottingham Forest in Sheffield mehr als 90 Menschen im Gedränge einer völlig überfüllten Zuschauertribüne ums Leben gekommen. Die meisten Opfer waren Fußball-Anhänger des FC Liverpool.

© dpa
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