NRW will Wälder besser vor Bränden schützen

In der Sächsischen Schweiz und im Berliner Grunewald kämpft die Feuerwehr mit verheerenden Bränden. Nordrhein-Westfalen will seine Wälder jetzt besser vor solchen Großbränden schützen.
Ein Schild mit der Aufschrift «Schütz den Wald vor Brandgefahr» hängt in einem Wald an einem Waldweg. © Stefan Sauer/dpa/Symbolbild

Mit Kameras, Schneisen und Löschteichen will Nordrhein-Westfalen seine Wälder künftig besser vor Bränden schützen. Die Landesregierung legte am Dienstag ein 60-seitiges Konzept zur Waldbrandvorbeugung und -bekämpfung vor. Es soll die Grundlage für eine bessere Zusammenarbeit zwischen Forstverwaltung und Feuerwehren bilden.

Das derzeitige Feuer im Berliner Grunewald sei ebenso beunruhigend wie der große Brand in der Sächsischen Schweiz, sagte Innenminister Herbert Reul (CDU) am Dienstag in Wermelskirchen im Bergischen Land. Auch NRW müsse sich auf solche Situationen vorbereiten. «Man sollte nie in dieser Zeit sagen «Das geht nicht, das gibt's nicht»», sagte Reul der Deutschen Presse-Agentur. «Es gibt alles, und alles ist vorstellbar. Wir haben auch Wälder, die anfällig sind. Wir haben auch heiße Gegenden und große Hitzewellen, und insofern: Natürlich ist das auch bei uns vorstellbar, und deshalb muss man sich bestmöglich vorbereiten.»

Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen (CDU) sagte, der Wald sei Klimaschützer Nummer 1. «Der Wald ist lebenswichtiger CO2-Speicher, ein wunderbarer Ort der Erholung und liefert zudem den wertvollen Rohstoff Holz.» Infolge des Klimawandels nähmen Trockenphasen im Sommer jedoch zu. Außerdem seien in den vergangenen Jahren mehr als zehn Prozent der nordrhein-westfälischen Waldflächen, insbesondere Fichtenwälder, abgestorben.

Unter anderem sollen künftig verstärkt Kameras zur Früherkennung von Waldbränden eingesetzt werden. Niedersachsen habe mit diesem System schon gute Erfahrungen gemacht, sagte Gorißen. Ein anderes gutes Konzept seien 30 Meter breite Waldbrandschutzstreifen mit schwer entflammbaren Laubbäumen wie Eichen oder Buchen oder Schutzschneisen, die ganz von Bewuchs freigehalten werden. Zudem müsse die Zugänglichkeit für Feuerwehrautos gesichert werden, und es müsse wieder mehr Löschteiche geben. Die Wälder in NRW müssten außerdem einen höheren Laubwaldanteil aufweisen.

Auf Löschflugzeuge angesprochen, die in Ländern wie Frankreich und Italien eine zentrale Rolle bei der Waldbrandbekämpfung spielen, sagte Reul der dpa, eine Bekämpfung aus der Luft sei immer erst einmal naheliegend. «Weil man schnell da ist und von oben dran kommt und keine Wege braucht. Deswegen haben wir ja die Polizeihubschrauber ausgestattet. Wir haben auch geprüft und prüfen immer wieder, ob wir auch mit Flugzeugen da besser drankommen. Aber alle Fachleute sagen mir bisher, dass die Flugzeuge bei uns nicht das ideale Mittel sind. Und zwar ist das Hauptproblem das Volltanken.» Man benötige die entsprechenden Anflugflächen, also sehr große Gewässer. «Sie können nicht mal eben in eine Talsperre reinfliegen, denn da ist dann die Staumauer.» Die Diskussion sei aber nie abgeschlossen.

Viele Wälder in NRW sind in Privatbesitz. Reul zeigte sich aber optimistisch, dass man hier zu einer guten Abstimmung kommen werde. «Alle haben das gleiche Interesse: die Feuerwehr, die Waldbesitzer, die Förster. Man muss die nur zusammenbringen.»

© dpa
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