NRW-Verleger fordern Unterstützung für Zeitungszustellung

Die Verleger in Nordrhein-Westfalen haben die Landesregierung aufgefordert, sich auf Bundesebene für eine finanzielle Unterstützung der frühmorgendlichen Zeitungszustellung einzusetzen. «Die Kostenexplosion in der Zustellung ist ein Problem mit existenziellem Ausmaß», erklärte der Vorsitzende des Digitalpublisher und Zeitungsverleger Verbands in NRW (DZV.NRW), Christian DuMont Schütte, am Dienstag. Die weitere Erhöhung des Mindestlohns habe die Situation noch einmal verschärft. Die flächendeckende Informationsversorgung sei akut gefährdet. Die Bundesregierung müsse daher ein Förderkonzept vorlegen.
Ein Stapel mit verschiedenen Tageszeitungen liegt auf einem Tisch. © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/ZB/Illustration

Der Verbandsvorsitzende sprach bei der Jahreshauptversammlung in Köln auch von steigenden Papier- und Energiekosten, die die Verlage zusätzlich belasteten. Er forderte die Politik auf, lokale journalistische Vielfalt möglichst staatsfern und niedrigschwellig zu unterstützen. Eine Lösung sei, die Mehrwertsteuer für journalistische Angebote «auf Null» zu setzen, sagte DuMont Schütte.

Sorge bereitet dem Verband nach eigenen Angaben die Gasversorgung. «Die meisten Zeitungspapierhersteller in Deutschland erzeugen ihre Energie mit Gas», sagte DuMont Schütte. Daher mache sich der DZV.NRW dafür stark, «dass die Zeitungsproduktion als kritische Infrastruktur in einem Gasnotfallszenario gesichert bleibt».

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) sagte als Gastredner: «Selten war der Bedarf an kritischem, professionellem Journalismus so groß wie heute.» Er betonte, beim Thema Zeitungszustellung müsse der Bund ein möglichst unbürokratisches und tragfähiges Fördermodell zur Verfügung stellen. «Wir werden das unterstützen.»

Trotz der schwierigen Lage sehe er die Branche bei der digitalen Transformation sowie wirtschaftlich auf einem guten Weg, sagte DuMont Schütte. «Die vergangenen Jahre haben digitalem Paid Content einen wichtigen Schub verliehen.» Im zurückliegenden Jahr seien die Verkaufszahlen bei E-Paper und digitalen Bezahl-Abos gewachsen.

In seiner Rede vor etwa 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmern kritisierte DuMont Schütte auch das Textangebot auf den Webseiten der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten. Durch die kostenlosen Textangebote der Anstalten werde der Markt für privatfinanzierte journalistische Produkte stark beeinträchtigt.

Der Digitalpublisher und Zeitungsverleger Verband NRW vertritt nach eigenen Angaben die Interessen von mehr als 40 Mitgliedsunternehmen.

© dpa
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