«Rasend ausgebreitet»: Löschen von Waldbränden dauert Tage

Bei knacktrockenem Boden kann es ganz schnell gehen, dass ein ganzer Wald in Flammen steht. Das hat sich zuletzt auch in NRW gezeigt. Im Sauerland haben Feuerwehrler über Tage hinweg mit den Folgen zu tun - in einer Größenordnung, die sie teils noch nie erlebt haben.
Rauchwolken steigen über einem Waldgebiet auf. © Feuerwehr Sundern/dpa/Archivbild

Verkohlter Boden, verkohlte Baumstümpfe, müde Feuerwehrleute - in einem schwer begehbaren Steilhang bei Iserlohn haben sich Einsatzkräfte auch einen Tag nach Ausbruch eines Waldbrandes abgemüht, dass das Feuer nicht weiter um sich greift. Die zerstörte Fläche ist wohl um die 13 Hektar groß, so groß wie 18 Fußballfelder war das Feuer also. «Das ist das Größte, was ich bisher erlebte habe, was die meisten von uns bisher erlebt haben», sagte Marvin Asbeck, Sprecher der Feuerwehr Iserlohn, am Donnerstag. Am Abend hieß es, es seien immer noch Einsatzkräfte vor Ort. Sie sollen demnach aufpassen, dass sich keine neuen Feuer bilden.

Zur gleichen Zeit, keine 25 Kilometer weiter, kämpften Kollegen der Feuerwehr in Sundern mit einem ähnlich großen Waldbrand. Auch hier ist das Gelände unwegsam, auch hier dauern die Löscharbeiten Tage - die andauernde Trockenheit hatte NRW eine deutliche Häufung von Waldbränden beschert.

«Es hat sich rasend schnell ausgebreitet und den Berg hochgearbeitet», sagte Feuerwehrsprecher Asbeck mit Blick auf den Ausbruch des Waldbrands am Mittwochnachmittag zwischen Altena und Iserlohn. Kathrin Kuhlemann, Sprecherin der Stadt, sagte, das Feuer habe wohl auf einer kaputten, vom Borkenkäfer befallenen Fläche angefangen. Dort habe es viel «Zündstoff» gegeben.

Zur Sicherheit wurden am Mittwoch um die 30 Menschen, die oberhalb des Hangs wohnen, in Sicherheit gebracht. Die Leute hätten sich gegenseitig zum Beispiel beim Retten von Tieren aus Ställen geholfen. Landwirte halfen mit zu Wassertransportern umfunktionierten Güllefässern. Auch Polizeihubschrauber mit Löschtanks waren im Einsatz. Das Feuer fraß sich aber letztendlich nur bis auf 150 Meter an die Bebauung heran, wie Stadtsprecherin Kuhlemann erklärte. Mittlerweile durften viele von ihnen wieder zurück in ihre Häuser.

Das Feuer - das auf einer Fläche von gut 130.000 Quadratmetern gewütet hatte - breite sich derzeit nicht weiter aus, sagte Feuerwehrsprecher Asbeck am Donnerstag. «Es brennen aber noch Glutnester im Boden. Die müssen bekämpft werden, das ist alles schwierig in dem Steilhang.» Die Belastung für die Feuerwehrleute sei hoch. Wie lange noch gelöscht werden muss, ist unklar.

Ganz ähnlich war die Lage knapp 25 Kilometer östlich, bei Sundern im Sauerland. Dort kämpften Feuerwehrler am Donnerstag bereits am dritten Tag hintereinander mit einem Waldbrand. Auch hier ist das Gelände schwer zugänglich, auch hier ist das Problem, dass sich das Feuer in den Boden zurückgezogen hat. «Das Löschwasser fließt darüber und kann nicht eindringen», sagte Feuerwehrsprecher Jürgen Voss am Donnerstag. Jetzt pflüge man den Boden auf, um ranzukommen.

Dass sich das Feuer weiter in der Fläche ausbreitet, schließe man aber aus. «Die Gefahr ist gebannt», sagte Voss. Man habe Schneisen um die Fläche geschlagen, die Gräben würden permanent bewässert. Das Feuer war am Dienstag ausgebrochen und breitete sich auf rund 115 000 Quadratmeter aus - das entspricht der Fläche von 16 Fußballfeldern. Der Einsatz dauere mindestens bis zum Freitagvormittag, sagte ein weiterer Sprecher der Feuerwehr am Donnerstagabend. Es gehe darum, dass keine neuen Flammen entstehen.

Die lange Trockenheit hat in den vergangenen Tagen Waldbrände in NRW begünstigt. Allein zwischen Samstag und Dienstag registrierte das Landwirtschaftsministerium elf Wald- und Flächenbrände - während es in den fast vier Wochen davor im Wald gar nicht gebrannt hatte. Nach dem Regen in der Nacht zum Donnerstag verzeichnete der Waldbrandgefahrenindex für fast ganz NRW wieder «sehr geringe Gefahr». In den kommenden Tagen soll die Gefahr aber wieder steigen.

© dpa
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