Vor nächstem Ansturm: Flughäfen erwarten viele Passagiere

Der Personalmangel im Luftverkehr führt zum Nervenkrieg vor dem ersehnten Urlaub. Angesichts der Personalnot bei der Sicherheitskontrolle springen nun auch Bundespolizisten ein. Am Kölner Airport werden über das Wochenende die Kapazitäten erhöht.
Reisende stehen während eines Warnstreiks bei der Lufthansa in Schlangen vor Check-In-Schaltern. © Roberto Pfeil/dpa

Als Konsequenz aus stundenlangen Wartezeiten und langen Schlangen von Reisenden am vergangenen Wochenende erhöht die Bundespolizei kurzfristig die Kapazitäten am Köln/Bonner Flughafen. Bis Montag würden zwei zusätzliche Spuren an der Sicherheitskontrolle eingerichtet, teilte die Bundespolizei am Donnerstag in St. Augustin mit.

Zudem wird im Rahmen einer befristeten Ausschreibung ein zweiter Sicherheitsdienstleister gesucht. Allerdings wird das noch etwas dauern: Bis zum 31. Juli können sich Anbieter melden. Die Kontrollen sind von der zuständigen Bundespolizei an eine externe Firma ausgelagert worden. Am kommenden Ferienwochenende werden von Freitag bis Sonntag wieder etwa 110.000 Passagiere erwartet. Der Flughafen ist nach Düsseldorf der zweitgrößte in NRW und wird von vielen zum Start in den Urlaub genutzt.

Düsseldorf stellt sich für Samstag auf 63.000 und für Sonntag auf 65.000 Passagiere ein. Hier führt ebenfalls der Personalmangel in Spitzenzeiten zu Wartezeiten und Schlangen. Der Flughafen hält dagegen, etwa mit einer Aufstockung des Services durch Studierende und einer Umleitung der Fluggäste je nach Besetzung der Kontrollen.

Am vergangenen Wochenende war am Flughafen Köln/Bonn die Sicherheitskontrolle das Nadelöhr. Teils sei nicht einmal die Hälfte der notwendigen Spuren geöffnet gewesen, berichtete der Flughafen. Reisende mussten stundenlang warten, Hunderte verpassten ihren Flug.

Sollte sich die Lage dort wieder zuspitzen, will die Bundespolizei auch eigene Kollegen einsetzen. Sie könnten vor der obligatorischen Luftsicherheitskontrolle, bei der Fluggäste und ihr Gepäck auf Waffen oder gefährliche Gegenstände geprüft werden, als Einweiser oder als Wannenrückführer eingesetzt werden. Dies sei auch am vergangenen Wochenende schon geschehen, sagte eine Sprecherin der Bundespolizei.

Da war die Situation so chaotisch, dass die Polizei gerufen wurde, um entnervte Reisende zu beruhigen. Von «unzumutbaren Wartezeiten» sprach auch die Flughafenverwaltung. In Köln/Bonn haben Fluglinien bereits Flüge reduziert, weitere Streichungen sollen kommen.

© dpa
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