Paul: Kampf um Fachkräfte für Kitas braucht langen Atem

Im Kampf um Fachkräfte im Kita-Bereich hat Familienministerin Josefine Paul (Grüne) alle Beteiligten zu einem langen Atem aufgefordert. «Es braucht ein gemeinsames Maß an Kondition», sagte Paul bei einer Pressekonferenz am Freitag in Düsseldorf. Nach einem ersten Auftaktgespräch in dieser Woche hätten Gewerkschaften, Talentscouts, Arbeitgeber und Kommunale Spitzenvertreter die zentralen Handlungsfelder gemeinsam erarbeitet, um die nächsten Schritte gehen zu können.
Familienministerin Josefine Paul (Grüne) steht für ein Porträt im Landtag in Düsseldorf. © Thomas Banneyer/dpa/Archivbild

«Frühkindliche Bildung steht und fällt mit gut ausgebildeten Fachkräften», sagte die Ministerin. Jetzt seien erste Schritte in Richtung Offensive gemacht und die Schlüsselbereiche identifiziert. So will Paul mehr Fachkräfte ausbilden und dazu mehr Berufsfachschulen anbieten. Menschen, die bereits im Kita-System seien, müssten weiter ausgebildet werden. Das pädagogische Personal soll durch zusätzliche Verwaltungskräfte bei ihrer eigentlichen Aufgabe entlastet werden. Auch will die Ministerin mehr auf Seiten- und Quereinsteiger schauen. Schülern und jungen Menschen will sie frühzeitig Einblicke in das Berufsbild geben. «Viele junge Menschen könnten sich einen Beruf in dem Bereich vorstellen, kommen aber dann doch nicht in diesen Bereich», sagte Paul.

«Wir müssen in alle Richtungen denken. Einfache Lösungen wird es dabei nicht geben. In manchen Bereichen müssen wir unsere bisherigen Überzeugungen und Logiken auch infrage stellen und auf kreative Ideen setzen», sagte Christian Woltering, Vorsitzender der Freien Wohlfahrtspflege NRW, zur Fachkräfte-Offensive.

Die SPD im Landtag übte Kritik an der Ministerin. «Der Fachkräftemangel ist eine enorme Herausforderung für die Kitas in NRW. Im Plenum hat die Ministerin ihre angekündigte Fachkräfte-Offensive allerdings nicht vorgestellt. Stattdessen gibt sie am Freitagnachmittag eine Pressekonferenz. Ähnlich unbefriedigend wie das Kommunikationsverhalten der Ministerin ist der Inhalt ihrer Verlautbarungen», sagte Dennis Maelzer, familienpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, laut einer Mitteilung.

© dpa
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