Durchsuchungen nach Stellwerksmanipulationen bei der Bahn

Mehrmals haben Täter in den vergangenen Monaten Stellwerke der Bahn sabotiert - mit teilweise massiven Auswirkungen für den Zugverkehr. In vier Fällen hat die Polizei nun Tatverdächtige ermittelt und Wohnungen durchsucht.
Ein Streifenwagen der Polizei mit eingeschaltetem Blaulicht. © Daniel Karmann/dpa/Symbolbild

Nach einer Reihe von Stellwerksmanipulationen bei der Bahn Ende Januar hat die Polizei am Donnerstagmorgen die Wohnungen von drei Tatverdächtigen durchsucht. Die Fahnder der Kriminalinspektion Staatsschutz hätten in Bochum, Mönchengladbach und Viersen zugegriffen, teilten die Polizei Köln und die Staatsanwaltschaft Mönchengladbach mit. Dort wohnten die drei 22, 18 und 16 Jahre alten Verdächtigen. Auch die Wohnung eines 15-Jährigen in Herten, der als Zeuge geführt werde, wurde durchsucht.

Die drei Männer würden verdächtigt, am 29. Januar in die Technikräume von Stellwerken in Essen-Kray, Essen-Stadtwaldwende, Leverkusen-Küppersteg und Schwelm bei Wuppertal eingedrungen zu sein. Mutwillig hätten sie Signalschalter betätigt und so dafür gesorgt, dass die Züge auf Teilen des Schienennetzes keinen Strom mehr hatten, teilten die Ermittler mit. Mehrere Züge hätten deshalb stoppen müssen. Es kam zu erheblichen Beeinträchtigungen im Bahnverkehr.

Bei den Durchsuchungen stellten die Ermittler nach eigenen Angaben unter anderem Datenträger wie Computer und Mobiltelefone sicher. Haftbefehle gegen die Verdächtigen gebe es bislang nicht, sagte eine Polizeisprecherin. Die Männer seien aber für weitere Vernehmungen mit auf die Wache mitgenommen worden.

Die Fahnder sind nach eigenen Angaben unter anderem durch die Auswertung von Überwachungskameras auf die Spur der drei befreundeten Männer gekommen. Welche Motive sie gehabt haben könnten, sei noch unklar. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts des gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr.

Konkret werfen die Ermittler den drei Männern nur die Stellwerksmanipulationen am 29. Januar vor. Die Bahn war in den Monaten zuvor allerdings schon einige Male Ziel von Saboteuren geworden. So hatten Unbekannte am 8. Oktober in Herne und in Berlin Glasfaserkabel des internen Bahn-Mobilfunknetzes gekappt, über das unter anderem Lokführer und Leitstellen miteinander kommunizieren. Der Bahnverkehr in Norddeutschland kam daraufhin für mehrere Stunden vollständig zum Erliegen. Im Dezember wurde die Bahn erneut von Saboteuren attackiert: Unbekannte brachen im Essener Stadtteil Dellwig in ein Schalthaus ein und durchtrenntem in Schaltkästen Kabel.

© dpa
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