Steag-Neuaufstellung soll Verkauf erleichtern

13.05.2022 Steag ist vor allem als großer Steinkohleverstromer bekannt. Das Traditionsunternehmen soll verkauft werden. Vorher soll es eine interne Aufteilung geben - in einen «schwarzen» Bereich für die Kohle und einen «grünen» für das regenerative Wachstumsgeschäft.

Steinkohle für ein Steinkohlekraftwerk wird gelagert. © Bernd Wüstneck/dpa/Symbolbild

Der zum Verkauf stehende Essener Energiekonzern Steag will sich neu aufstellen. Am Ende sollen «das Kohlegeschäft und das regenerative Wachstumsgeschäft klar voneinander getrennt werden können», erklärte der Finanzgeschäftsführer der Steag GmbH, Ralf Schmitz, am Freitag laut einer Mitteilung. Die beiden Bereiche «Grün» und «Schwarz» sollen zunächst unter dem gemeinsamen Dach von Steag weitergeführt werden. Zuvor hatte die «Westdeutsche Allgemeine Zeitung» darüber berichtet. Endgültig beschlossen werden soll die Aufteilung im Herbst.

Steag ist einer der großen Steinkohleverstromer in Deutschland. Das Unternehmen ist im Besitz von sechs Stadtwerken aus dem Ruhrgebiet. 2021 haben sie entschieden, Steag zu verkaufen. Ein Investor wird gesucht.

Die Steag-Kraftwerke hätten an Wert gewonnen, sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung, Andreas Reichel. «Die Chancen, dass das zweigeteilte Unternehmen als Ganzes verkauft werden kann, sind zuletzt deutlich gestiegen.»

Für vorstellbar hält er aber auch eine Einbringung des Steinkohlebereichs in eine Stiftung, die von der Bundesregierung in ihrem Koalitionsvertrag ins Spiel gebracht wurde. Dort heißt es zum Thema Kohleausstieg: «Geprüft wird die Errichtung einer Stiftung oder Gesellschaft, die den Rückbau der Kohleverstromung und die Renaturierung organisiert.»

«Eine Stiftungslösung könnte auch aus Sicht eines Investors attraktiv sein», sagte Reichel. «Sie wäre eine Handlungsoption, die im Interesse der Versorgungssicherheit Kraftwerke am Markt bündelt, mittelfristig aber auch den Rückbau der Kohlekraftwerke und ihrer Mannschaften organisieren könnte.»

Der Umsatz war 2021 um 37 Prozent auf 2,77 Milliarden Euro gestiegen, der operative Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) um 20 Prozent auf 234 Millionen Euro. Hauptgrund waren die gestiegenen Strompreise. Das künftige sogenannte Wachstumsgeschäft habe zum EBIT mehr als 100 Millionen Euro beigetragen. Das Unternehmen zählt dazu unter anderem den Betrieb von Großbatteriespeichern, die thermische Abfallentsorgung sowie dezentrale Anlagen zur Energieerzeugung aus erneuerbaren Energien. Für 2022 rechnet Steag mit deutlichen Zuwächsen bei Umsatz und Gewinn.

© dpa

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