Atomkraft-Laufzeitverlängerung für Eon weiter kein Thema

Die von der Politik zuletzt wiederholt ins Spiel gebrachte Laufzeitverlängerung der drei verbliebenen Atomkraftwerke ist für den Energiekonzern Eon weiter kein Thema. Die Bundesregierung habe nach einer vernünftigen Diskussion beschlossen, dass sie darauf nicht zurückkommen wolle, sagte Eon-Vorstandschef Leonhard Birnbaum am Mittwoch in Essen. «Damit ist die Sache für uns erledigt.»
Leonhard Birnbaum, Vorstandsvorsitzender E.ON, spricht bei der Bilanzpressekonferenz des Konzerns. © Henning Kaiser/dpa

Die Eon-Tochter Preussenelektra betreibt eines der drei letzten deutschen Atomkraftwerke. Sie sollen zum Jahresende endgültig vom Netz gehen. NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) hatte sich am Dienstag dafür ausgesprochen, zu prüfen, ob aus Klimaschutzgründen ein Weiterbetrieb der Kernkraftwerke bis 2029 möglich wäre. Jüngst hatte auch Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) angesichts der drohenden Energiekrise eine Verlängerung der Laufzeiten für Kohle- und Atomkraftwerke nicht ausgeschlossen.

Der Energiekonzern RWE, der ebenfalls noch ein Kraftwerk betreibt, hatte sich am Dienstag ähnlich wie Eon geäußert. «Die Option, Kernkraftwerke länger laufen zu lassen, hat die Bundesregierung vom Tisch genommen», sagte RWE-Chef Markus Krebber. «Für einen sinnvollen verlängerten Betrieb von Kernkraftwerken schätzen auch wir die Hürden als zu hoch ein.»

Die Bundesministerien für Wirtschaft und Umwelt hatten in der vergangenen Woche in einem Prüfvermerk Abstand von längeren Laufzeiten genommen. Wörtlich hieß es darin: «Im Ergebnis einer Abwägung von Nutzen und Risiken ist eine Laufzeitverlängerung der drei noch bestehenden Atomkraftwerke auch angesichts der aktuellen Gaskrise nicht zu empfehlen.» Eine Verlängerung könnte nur einen sehr begrenzten Beitrag zur Lösung des Problems leisten, und dies zu sehr hohen wirtschaftlichen Kosten. Der Staat müsste in großem Umfang Risiken übernehmen. Dies stehe in keinem Verhältnis.

Der Energiekonzern EnBW, Betreiber des dritten noch laufenden Kernkraftwerks, teilt auf Anfrage mit, «uneingeschränkt» zum beschlossenen Ausstieg Deutschlands aus der Nutzung der Kernenergie für die Stromproduktion zu stehen. «Sofern es für die Versorgungssicherheit erforderlich ist, ist die EnBW selbstverständlich bereit, Maßnahmen technologieoffen zu prüfen und der Bundesregierung beratend zur Verfügung zu stehen.» Das Unternehmen verwies gleichzeitig auf die Entscheidung der Bundesregierung, «derzeit keine Änderungen am geltenden Rahmen für den Betrieb der Kernkraftwerke vorzunehmen». Dieser gesetzliche Rahmen schließe eine Stromproduktion in deutschen Kernkraftwerken über den 31. Dezember 2022 hinaus eindeutig aus, betonte EnBW.

© dpa
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