Ältere Braunkohlekraftwerke dürfen wieder Strom erzeugen

Fünf Braunkohle-Kraftwerksblöcke sind in den vergangenen Monaten aus der Sicherheitsbereitschaft geholt worden. Ab Samstag können die Betreiber die Anlagen wieder an den Markt bringen. Wann genau sie es tun, ist noch nicht bekannt.
Dampf und Rauch steigt im Gegenlicht aus den Braunkohlekraftwerken Neurath II (l) und Neurath I auf. © Oliver Berg/dpa/Archivbild

Zur Stärkung der Strom-Versorgungssicherheit haben ab diesem Samstag die Energieunternehmen RWE und Leag die rechtliche Möglichkeit, zusätzliche Braunkohlekraftwerke wieder an den Markt zu bringen. Es handelt sich um fünf Blöcke, die bislang in der Sicherheitsbereitschaft waren. Im Lausitzer Revier sind es die Leag-Kraftwerksblöcke Jänschwalde E & F, im Rheinischen Revier die RWE-Kraftwerksblöcke Niederaußem E & F und Neurath C. Sie dürfen zunächst befristet bis zum 30. Juni 2023 an den Markt zurückkehren.

Die Braunkohleblöcke sollen in der Energiekrise dazu beitragen, dass weniger Erdgas verstromt wird. Sie haben eine Kapazität von zusammen 1,9 Gigawatt. Zum Vergleich: Die drei deutschen Atomkraftwerke haben jeweils eine Leistung von 1,4 bis 1,5 Gigawatt.

Die Unternehmen entscheiden selbst, wann genau sie ihre Kraftwerke wieder ans Netz bringen. Die erforderliche Verordnung war erst am Mittwoch vom Bundeskabinett verabschiedet worden. Sie wurde am Freitagabend im Bundesanzeiger veröffentlicht.

Wann die Blöcke in Jänschwalde genau ans Netz gehen, ist noch unklar. RWE hatte am Donnerstag mitgeteilt, dass die drei RWE-Blöcke «in den kommenden Tagen in Betrieb gehen» sollen. Ursprünglich war vorgesehen, dass sie am 30. September 2022 beziehungsweise am 30. September 2023 endgültig stillgelegt werden.

Laut RWE gingen dem Wiederanfahren der Kraftwerke aufwendige Arbeiten voraus, um die Anlagen auf einen längeren Einsatz mit hoher Auslastung vorzubereiten. Das Personal wurde verstärkt, indem etwa Mitarbeiter erst später in den Vorruhestand gehen. Ein Sprecher des Betreibers Leag hatte gesagt, die Instandhaltungsarbeiten seien aufwendig, Bauteile seien ausgewechselt worden. Das Energieunternehmen habe zusätzliche Beschäftigte eingestellt.

Zwei Steinkohlekraftwerke aus der sogenannten Netzreserve sind bereits an den Markt zurückgekehrt. Weitere sollen in den kommenden Wochen folgen.

Wirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck (Grüne) hatte die Rückkehr klimaschädlicher Kohlekraftwerke mit Blick auf den Klimaschutz wiederholt als bittere Nachricht bezeichnet. Die Rückkehr sei aber wegen der Folgen des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine auf die Gasversorgung unvermeidlich. «Das Ziel, den Kohleausstieg idealerweise schon im Jahr 2030 zu vollenden, bleibt bestehen», hatte die Bundesregierung mehrfach betont.

© dpa
Weitere News
Top News
Fußball news
Fußball-WM: Neymar und Brasilien am Boden: Kroatien stoppt Seleção
Internet news & surftipps
Digitalisierung: Bundesregierung will Datenauswertungen erleichtern
People news
Britische Royals: Welle der Empörung über Doku «Harry & Meghan»
People news
Ex-Tennis-Profi: Boris Beckers Abschiebung nach Deutschland steht kurz bevor
Tv & kino
Island: Europäischer Filmpreis wird verliehen
Internet news & surftipps
Popsänger: Elton John verabschiedet sich von Twitter
Internet news & surftipps
Dienstleistungen: Lieferdienst Getir übernimmt Konkurrenten Gorillas
Job & geld
Anderen Gutes tun: Vor dem Spenden die Hilfsorganisation checken
Empfehlungen der Redaktion
Wirtschaft
Gas sparen: Ältere Braunkohlekraftwerke dürfen wieder Strom erzeugen
Regional berlin & brandenburg
Energieversorgung: Block des Kohlekraftwerks Jänschwalde zurück am Stromnetz
Regional berlin & brandenburg
Energieversorgung: Echo auf schnelleren Kohleausstieg in Brandenburg gedämpft
Wirtschaft
Energieversorgung: Kohlekraftwerke aus Reserve dürfen länger am Netz bleiben
Regional berlin & brandenburg
Kohlerevier: Braunkohlestrom aus der Lausitz: Kraftwerkseinsatz erlaubt
Regional berlin & brandenburg
Energie: Kohlestrom aus der Lausitz: Ausnahmeerlaubnis am Freitag
Regional berlin & brandenburg
Energieversorgung: Leag bereitet Versorgung durch Kraftwerk Jänschwalde vor
Regional berlin & brandenburg
Einwendungsfrist: Umweltbehörde entscheidet über Kraftwerksblöcke