Junge steigt auf Waggon und erleidet Stromschlag

Dass Kinder und Jugendliche auf Züge klettern, kommt immer wieder vor. Nach einem tragischen Fall in Duisburg liegt ein Zwölfjähriger in einer Spezialklinik. Die Bundespolizei warnt: Selbst wenn man auf Abstand zur Leitung bleibt, kann es lebensgefährlich werden.
Blaulicht auf einem Polizeifahrzeug. © Jens Büttner/ZB/dpa/Symbolbild

Ein Zwölfjähriger ist auf dem Gelände eines Güterbahnhofs in Duisburg auf einen Waggon gestiegen und hat einen lebensgefährlichen Stromschlag bekommen. Er sei mit schwersten Verbrennungen in eine Spezialklinik gebracht worden, teilte die Polizei am Montag mit. Die Bundespolizei warnte erneut vor den Gefahren einer solchen Aktion: Damit der Strom auf den Körper überspringen kann, muss die Leitung nicht berührt werden.

Der Junge war Polizeiangaben zufolge am Sonntagabend erst auf einem Spielplatz in der Nähe des Güterbahnhofs gewesen. Von dort soll er allein in Richtung Bahnhof gelaufen und auf den stehenden Waggon geklettert sein. Angehörige hätten das Kind gefunden, hieß es.

Laut einer Sprecherin der Bundespolizei wird häufig unterschätzt, dass Oberleitungen mit 15.000 Volt eine enorm hohe Spannung haben - das ist etwa 65 mal so viel wie im normalen Stromnetz. Der Strom könne schon bei einer Distanz von etwa 1,50 Metern auf den Körper überspringen. Der durchziehe dann den Körper von oben nach unten, die Folge seien schlimme Verbrennungen. Auch innere Organe seien betroffen.

Dass Kinder und Jugendliche auf Züge klettern und Stromschläge erleiden, kommt immer wieder vor. Erst vor gut einem Monat war ein 14-Jähriger am Bahnhof Düren in so einem Fall lebensgefährlich verletzt worden. Angaben der Bundespolizei zufolge war er durch den Stromschlag vom Wagendach zu Boden neben den Waggon gefallen und dort bewusstlos liegengeblieben.

Laut Bundespolizei enden die Vorfälle meist tödlich. Im vergangenen Jahr waren ein 13- und ein 14-Jähriger in Troisdorf auf einen Güterwagen geklettert und vom Bahnstrom getroffen worden. Beide starben an den Folgen.

© dpa
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