Neuendorf nach Katar-WM: Wir sind in der Verantwortung

Die umstrittene WM in Katar war für den Deutschen Fußball-Bund alles andere als gelungen. Nach dem Aus wurde das Team vom Gastgeber verspottet. Dennoch bleibt der DFB weiter an wichtigen Themen dran.
Bernd Neuendorf, Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), bei einer Pressekonferenz. © Arne Dedert/dpa/Archiv

DFB-Präsident Bernd Neuendorf sieht nach der Weltmeisterschaft in Katar beim Thema Entschädigungszahlungen für die Gastarbeiter auch den deutschen Verband weiter in der Pflicht. FIFA-Präsident Gianni Infantino habe zugesichert, dass es solche Zahlungen geben solle. «Wir wissen aber nicht genau, wie es funktionieren soll. Das ist jetzt auch Aufgabe von uns, nicht zu sagen, die WM in Katar ist vorbei und unser Blick richtet sich auf andere Großereignisse im Fußball. Das darf hier nicht passieren», sagte Neuendorf am Donnerstag bei einer Podiumsdiskussion mit dem Thema «Was folgt nach Katar?» im Deutschen Sport & Olympia Museum in Köln.

Er betrachte es durchaus als Erfolg von Amnesty International und anderen Menschenrechtsorganisationen, aber «auch von uns, dass sich Infantino überhaupt am Ende des Tages veranlasst sah, diese Dinge anzusprechen. Wir müssen jetzt gucken, werden sie tatsächlich umgesetzt und wie werden sie umgesetzt, da sind wir in der Verantwortung.»

Menschenrechtsorganisationen und Fans hatten vom Fußball-Weltverband FIFA Entschädigungszahlungen in Millionenhöhe für Arbeitsmigranten in Katar gefordert. Für zahlreiche Menschenrechtsverstöße seit der WM-Vergabe im Jahr 2010 müssten mindestens 440 Millionen US-Dollar (etwa 420 Millionen Euro) bereitgestellt werden, hieß es.

Die massiven Verletzungen der Rechte von Migranten in Katar seien vor der WM-Vergabe bekannt gewesen. Davor habe die FIFA die Augen verschlossen und so unbestreitbar zu Menschenrechtsverstößen beigetragen. Das reiche Emirat wird immer wieder wegen systematischen Menschenrechtsverstößen und Ausbeutung von Migranten kritisiert. Die Regierung weist die Vorwürfe zurück und führt Reformen zugunsten der ausländischen Arbeiter an.

Neuendorf soll am 5. April ins FIFA-Council gewählt werden. Der 61-Jährige ist der einzige Kandidat für den Posten im FIFA-Gremiuim, der durch den Rückzug des ehemaligen DFB-Spitzenfunktionärs Peter Peters frei wird. Dort wolle er weiter - das müsse der Anspruch Deutschlands sein - politische Dinge wie Menschenrechte in der FIFA platzieren.

© dpa
Das könnte Dich auch interessieren
Empfehlungen der Redaktion
Nationalmannschaft
Nationalmannschaft: Flick und seine Ü30-Torhüter: Ter Stegens Moment ist da
People news
«Walk of Fame»: «Friends»-Star Courteney Cox putzt ihren Hollywood-Stern
Musik news
Popstar: Bad Bunny von Ex-Freundin auf 40 Millionen Dollar verklagt
Tv & kino
Hollywood: Nicolas Cage in «Renfield»-Trailer als bissiger Dracula
Das beste netz deutschlands
Sachen im Netz verkaufen: Online statt Flohmarkt - so werden Sie Gebrauchtes los
Reise
Mehr Nachhaltigkeit am Himmel: So wollen Airlines Lebensmittelabfälle vermeiden
Das beste netz deutschlands
Für Android und iOS: «Tomb Raider Reloaded»: Action-Ballerei auf dem Smartphone
Das beste netz deutschlands
Für den Heimgebrauch: Podcast-Mikros auf Herz und Nieren getestet