NRW will bei Coronatests in Kitas zum Nasen-Tupfer wechseln

Corona-Tests mit Lollis sind für Eltern von Kleinkindern noch gut zu bewältigen. Aber wie ist das mit Nasen-Tests? NRW plant eine Umstellung.
Die einzelnen Komponenten für den «Lolli-Test» liegen auf einem Schreibtisch. © Roland Weihrauch/dpa/Symbolbild

Kita-Kinder in Nordrhein-Westfalen sollen künftig mit Nasal-, statt mit Lollitests auf das Coronavirus getestet werden können. Für die Tests hat das NRW-Familienministerium eine Ausschreibung gestartet, wie eine Sprecherin auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf bestätigte.

Neuen Erkenntnissen zufolge seien Nasaltests zuverlässiger, erklärte sie den angepeilten Wechsel. Eltern müssten sich nicht sorgen, dass sie ihren Kindern nun ganz tief Teststäbchen in die kleinen Nasen schieben müssten. Ein Abstrich aus dem vorderen Bereich einer Schniefnase reiche aus, sagte die Sprecherin.

In NRW werden den Eltern von Kita-Kindern seit Ende der Sommerferien acht Selbsttests pro Monat zur Verfügung gestellt, um ihre Sprösslinge anlassbezogen und freiwillig zu Hause testen zu können. Das Angebot steht auch Tageseltern und heilpädagogischen Gruppen zur Verfügung. Laut Coronaschutzverordnung des Landes können Betreuer oder Träger die Anwesenheit eines Kindes mit einschlägigen Anzeichen einer Atemwegserkrankung in der Einrichtung von einem tagesaktuellen Negativtest abhängig machen.

In der öffentlichen Ausschreibung des Familienministeriums wird ein Anbieter gesucht, der wöchentlich rund 1,5 Millionen Nasal-Antigen-Selbsttests an landesweit 11.000 Lieferorte bringen kann. Erforderlich sei ein Test, der mithilfe eines Abstrichtupfers im vorderen Bereich der Nase eingesetzt werden könne, heißt es dort.

Damit die Prozedur nicht zur Quälerei für Kinder und Eltern ausartet, ist festgehalten: «Antigen-Selbsttests, die ausschließlich eine Probeentnahme im Nasen-Rachenraum erfordern, sind ausdrücklich ausgeschlossen.» Das Familienministerium behält sich vor, die Tauglichkeit des Tests für Kleinkinder durch eine wissenschaftliche Expertise zu überprüfen.

Als Vertragsbeginn ist der 21. November dieses Jahres vorgesehen. Die Ausschreibung enthält eine Option, den Belieferungszeitraum mehrfach zu verlängern. Haushaltsmittel sind dafür bislang aber erst für das laufende Jahr gesichert. Als maximaler Abruf sind 277,4 Millionen Tests geschätzt worden.

Der Auftragnehmer habe eine ausreichend besetzte telefonische Hotline für eventuelle Rückfragen der rund 11.000 Verwendungsstellen einzurichten und müsse in der Lage sein, kurzfristig auf Email-Rückfragen zu antworten. Zudem müsse der Anbieter im Internet Hersteller-Informationen auch auf Englisch, Türkisch, Arabisch, Russisch, Rumänisch, Spanisch, Portugiesisch und Ukrainisch bereitstellen.

© dpa
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