Köln gegen Slovácko: Spieler und Fans auf dem Prüfstand

Sportlich braucht der 1. FC Köln nach gutem Einstand im zweiten Conference-League-Spiel gegen den FC Slovácko aus Tschechien einen Sieg. Fast noch wichtiger aber ist, dass es auf den Rängen diesmal friedlich bleibt.
Kölns Trainer Steffen Baumgart an der Linie. © Federico Gambarini/dpa

Die Mannschaft auf dem Prüfstand, die Fans unter Beobachtung: Nur auf den ersten Blick versprüht das Conference-League-Spiel des 1. FC Köln gegen den FC Slovácko am Donnerstag (21 Uhr/RTL) wenig Flair. Doch für den gesamten Verein in Köln ist es ein extrem wichtiges Spiel. Sportlich sollte der FC die auf dem Papier leichteste Aufgabe der Gruppenphase lösen, um realistische Chancen auf das Weiterkommen zu haben. Und von den Fans sollte sich nach den Ausschreitungen vor dem ersten Spiel in Nizza (1:1) niemand etwas zuschulden kommen lassen, sonst drohen endgültig Geisterspiele in Europa.

Trainer Steffen Baumgart fällt aber auch die sportliche Vorbereitung ungewohnt schwer. Vom tschechischen Überraschungs-Pokalsieger steht dem FC längst nicht die übliche Menge an Daten zur Gegner-Analyse zur Verfügung. «Was wir haben, ist maximal das, was wir von der Tabelle und Fernsehbilder ablesen können», sagte Baumgart am Mittwoch: «Alles andere kann ich mir aus den Fingern saugen.»

Er wisse, dass das Team um den früheren Leverkusen Michal Kadlec, das mit einem 3:3 gegen Partizan Belgrad in die Gruppenphase startete, auf jeden Fall sehr erfahren sei, technisch gut ist und zwischen Dreier- und Viererkette variiere. «Aber dann sind wieder bei uns», sagte Baumgart, der immer betont, dass sein Team vor allem das eigene Spiel durchsetzen müsse.

Klar ist: Nach den Vorfällen von Nizza wurde die Begegnung von der UEFA zum Risikospiel hochgestuft. Ein Urteil wegen der Krawalle steht noch aus, es könnte den FC aber schon empfindlich treffen. Weitere Zwischenfälle würden die Lage für den FC stark verschlechtern. «Es wurde mehr über die Fans gesprochen als über das Spiel. Das ist schade», sagte Benno Schmitz. Der Rechtsverteidiger hofft auf eine friedliche Atmosphäre am Donnerstag: «Wir wollen es genießen und Spaß haben, aber auch das Spiel gewinnen und weiterkommen.»

Der Gegner aus der kleinen Stadt Uherské Hradiště in der Mährischen Slowakei hat - wie von Baumgart analysiert - ein mit durchschnittlich über 30 Jahren sehr erfahrenes Team. Beste Beispiele sind Kadlec mit 37 Jahren und der ehemalige Augsburger Milan Petržela, der sogar schon 39 und immer noch Stammspieler ist.

Kadlec sei aber der absolute Kopf des Teams, erklärte der frühere Nationaltrainer und langjährige Bundesliga-Spieler Frantisek Straka. «Viele orientieren sich an seiner Professionalität und Erfahrung», sagte der 64-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. Grundsätzlich sei «Slovácko auch für viele Tschechen die große Überraschung in der ersten Liga.»

© dpa
Weitere News
Top News
Fußball news
Nächstes WM-Desaster: DFB-Team reist blamiert nach Vorrunde heim
People news
Monarchie: Wie rassistisch sind die Royals? Debatte um neuen Vorfall
Musik news
Musik: Musikwelt trauert um Fleetwood-Mac-Musikerin Christine McVie
Reise
Weitgehend unentdeckte Perlen : Südosten Europas will 2023 mit Kulturhauptstädten glänzen
Musik news
Brit-Rocker: Vor 20 Jahren prügelten sich Oasis in München
Testberichte
Test: Skoda Karoq 2.0 TDI : Immer noch gut, aber nicht mehr günstig
Internet news & surftipps
Computer: Freie Programmierschule «42 Berlin» eröffnet
Das beste netz deutschlands
Featured: 30 Jahre SMS: Vodafone versteigerte das besondere Zeitzeugnis für den guten Zweck
Empfehlungen der Redaktion
Regional nordrhein westfalen
Conference League: Wachsende Personalsorgen: Köln kämpft ums Weiterkommen
Fußball news
Conference League: Wenig Gegner-Daten: Baumgart muss anders planen
Fußball news
Conference League: «Wollen gewinnen»: Köln in Slovácko unter Zugzwang
Fußball news
Conference League: Unnötiges Spektakel: Köln feiert Sieg gegen FC Slovácko
Regional nordrhein westfalen
Conference League: Kaum Gegner-Daten: Baumgart muss «aus dem Finger saugen»
Fußball news
Conference League: Köln unter Zugzwang - Hector und Pedersen fallen aus
Regional nordrhein westfalen
Bundesliga: Appelle an Fans für friedliches Derby Gladbach gegen Köln
Regional nordrhein westfalen
Conference League: Ohne Fans und Rückenwind: Köln in Belgrad unter Zugzwang