Evonik testet neues Verfahren für Lithium-Recycling

Bis aus guten Ideen markttaugliche Produkte werden, ist es ein langer Weg. Evonik hat am Donnerstag drei schon fortgeschrittene Erfindungen vorgestellt, von denen sich der Spezialchemiekonzern viel verspricht.
Das Logo von Evonik leuchtet an der Zentrale. © Nico Kurth/dpa/Archivbild

Der Spezialchemiekonzern Evonik hat ein neues Verfahren für die Rückgewinnung des Rohstoffs Lithium aus Elektroauto-Batterien entwickelt. Die Technik zeichne sich durch hohe Effizienz aus und liefere für die Fertigung neuer Batterien geeignetes Lithiumhydroxid, teilte Evonik am Donnerstag in Essen mit. Das Verfahren sei einfacher, wirtschaftlicher und umweltschonender als das bisherige Recycling-Verfahren. Tests liefen bereits. Das Unternehmen will das Verfahren, bei dem eine Keramikmembran zum Einsatz kommt, in drei bis fünf Jahren bis zur Marktreife entwickeln.

Evonik sieht im Lithium-Recycling einen Wachstumsmarkt. «In ein paar Jahren sind viele Lithium-Ionen-Batterien am Ende ihrer technischen Lebenszeit», erklärte die Evonik-Expertin für Lithium-Recycling, Elisabeth Gorman. Die Mengen an Altbatterien würden damit sprunghaft steigen. Gorman wies darauf hin, dass die Lithium-Rückgewinnungsrate bislang unter zehn Prozent liege. Laut EU-Batterierichtlinie müssten aber ab 2026 mindestens 35 Prozent des in Altbatterien enthaltenen Lithiums zurückgewonnen werden. Ab 2030 müsse der Anteil auf 70 Prozent steigen.

Evonik stellte am Donnerstag noch zwei weitere Erfindungen vor, von denen sich das Unternehmen viel verspricht. So wurde ein neuer Test präsentiert, mit dem sich für Produkte aus Hühnerfleisch nachprüfen lässt, wie die Tiere gehalten und ernährt wurden. Anhand von Mustern auf dem Genmaterial wird dabei abgelesen, welche Umwelteinflüsse auf ein Tier eingewirkt haben. Damit könne etwa überprüft werden, ob Ware «aus artgerechter Freilandhaltung» wirklich aus dieser stamme.

Mögliche Anwender sieht der Konzern in der gesamten Wertschöpfungskette der Hühnerfleisch-Erzeugung mit Fokus auf landwirtschaftliche Betriebe und Einzelhandel. Die Methode soll «kurz- bis mittelfristig» zum kommerziellen Einsatz verfügbar sein.

Evonik forscht außerdem an Mikroorganismen, die Getreide mit Stickstoff aus der Luft versorgen. Landwirte müssen dann nicht mehr so viel Kunstdünger streuen. Versuche laufen. Die Markteinführung der «mikrobiellen Biostimulanzien» ist zwischen 2025 und 2027 geplant.

© dpa
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