Frankfurt als Vorbild: Hradecky träumt vom Titel mit Bayer

25.05.2022 2018 wechselte Lukas Hradecky als Pokalsieger von Eintracht Frankfurt zu Bayer Leverkusen. In der Hoffnung dort noch mehr Titel zu holen. Das ist im Gegensatz zur Eintracht bis heute nicht gelungen. Doch das soll sich bald ändern. Und wird es laut Hradecky auch.

Torhüter Lukas Hradecky klatscht in die Hände. © Marius Becker/dpa/Archivbild

Den Europa-League-Triumph seines Ex-Clubs Eintracht Frankfurt verfolgte Lukas Hradecky auf der Saison-Abschlussreise als selbst ernannter «Eintracht-Fanboy» auf der Terrasse des Teamhotels in Mexiko. Und jubelte ausgelassen. «Das freut mich über alle Maßen. Einfach Wahnsinn, was die Jungs geleistet haben. Ganz Deutschland war Eintracht-Fan», sagte der Kapitän von Bayer Leverkusen im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur. Der Triumph der Eintracht zeige, «dass Teamgeist und Zusammengehörigkeit am Ende auch über Qualität stehen können. Das haben sie uns allen vorgemacht in dieser Europa-League-Saison. Und das weckt auch bei Bayer Leverkusen Titelträume.»

2018, direkt nach dem DFB-Pokalsieg war Hradecky von Frankfurt nach Leverkusen gewechselt. Er ging davon aus, dort bessere Chancen auf weitere Titel zu haben. Die blieben aus, nun sah er der Eintracht beim Jubeln zu. Bald will der Finne aber selbst wieder Trophäen in den Himmel recken. «Auch in der nächsten Saison gilt: Wir müssen uns weiter verbessern. Und wenn man im Vorjahr Dritter war, wird das schwer ohne einen Titel», sagte der Torhüter: «Das Hauptziel ist immer, unter die ersten Vier zu kommen. Das haben wir erreicht. Aber irgendwann muss auch der letzte Schritt kommen, dass man mal einen Titel holt. Qualität haben wir. Und mental und beim Mannschafts-Geist haben wir uns sehr gut entwickelt in dieser Saison. Wenn es so weitergeht, ist es für mich realistisch, von einem Titel zu träumen.»

Dabei denkt Hradecky aber eher an die Pokal-Wettbewerbe als an die deutsche Meisterschaft. «In der Meisterschaft sind wir sicher Außenseiter, wie alle anderen auch. Pokal oder vielleicht auch die Europa League sind sicher mehr für uns gemacht», sagte er: «Ich sehe leider auch nicht, dass Bayern schwächelt.» In der Hinsicht mache ihm auch die aktuelle Unruhe in München wenig Hoffnung. «Die Hoffnung gibt man nie auf», sagte der 32-Jährige: «Aber man kennt doch die Bayern. Die fangen die neue Saison wieder mit 3:0 und 4:0 an und dann läuft es wieder. Ich will da auch keine Kampfansagen formulieren. Wir müssen einfach mal Taten sprechen lassen.»

Sprich: Den ersten Titel seit dem Pokalsieg 1993 holen. «Klar ist: Wir haben in der letzten Saison 64 Punkte geholt. So viele habe ich noch nie mit irgendeiner Mannschaft in irgendeiner Liga geholt», sagte Hradecky: «Aber um Meister zu werden, braucht man um die 80. Das ist schon nochmal eine andere Hausnummer.»

Doch sein Team sei auf dem richtigen Weg. «Das Wichtigste war, dass wir uns aus jeder schwierigen Phase herausgekämpft haben», sagte er: «Und wir haben auch Highlights gesetzt: In Dortmund gewonnen, in München unentschieden gespielt, in Leipzig gewonnen. Das sind schon Zeichen, dass man von Größerem träumen darf.» Mit Trainer Gerardo Seoane habe Bayer zudem die Balance zwischen Offensive und Defensive verbessert, in den vergangenen Jahren immer die größte Baustelle der Werkself. «Er hat offenbar das perfekte Spielsystem für uns gefunden. Wir wollen unterhaltsam spielen und Tore machen, das zeichnet uns aus. Aber man muss nicht immer schön spielen, sondern vor allem auch effektiv. Diese Facetten bringt der Trainer zusammen», sagte der Kapitän: «Wir haben immer noch zu viele Tore kassiert. Aber wir haben auch sehr viele geschossen, haben sogar einen Vereinsrekord aufgestellt. Insgesamt hatte ich auf dem Platz schon das Gefühl, dass es nicht mehr so wild ist.»

Seinen 2023 auslaufenden Vertrag wird Hradecky wahrscheinlich bald verlängern. «Die Gespräche laufen gut. Es fehlen nur noch Kleinigkeiten. Ich hoffe, dass bald alles klar ist», verriet er: «Ich fühle mich in diesem Verein sehr wohl. Die Wertschätzung, hier Kapitän sein zu dürfen, hat mich nochmal sehr geprägt. Das war eine riesige Wertschätzung für mich.»

© dpa

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