NRW wirft Bund Verzögerung bei Neubau der Rahmede-Brücke vor

Seit Anfang Dezember schon ist die marode A45-Talbrücke Rahmede bei Lüdenscheid voll gesperrt. Auch wegen des Umleitungsverkehrs für Tausende Lastwagen klagen viele Menschen in Lüdenscheid über schwere Belastungen. Nun macht die NRW-Landesregierung Druck beim Bund.
Ein Schild weist auf eine Baustelle hin. © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Das nordrhein-westfälische Verkehrsministerium hat dem Bund Verzögerungen beim Neubau der gesperrten A45-Autobahnbrücke Rahmede auf der viel befahrenen Sauerlandlinie vorgeworfen. Vor einem Spitzengespräch mit Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) an der seit acht Monaten voll gesperrten Brücke am Donnerstag forderte das von dem Grünen-Politiker Oliver Krischer geführte Verkehrsministerium kurzfristig einen verbindlichen Zeitplan für den Neubau der Brücke bei Lüdenscheid sowie ein Beschleunigungskonzept und schnellere Entscheidungen.

Wissing wollte sich am Donnerstag ein Bild von der Baustelle machen und an einem Bürger- und Wirtschaftsgespräch teilnehmen.

«Es ist nicht erkennbar, dass das Vorhaben «Rahmede-Talbrücke» als ein «Sonderfall» vom Bundesverkehrsministerium mit Nachdruck verfolgt wird», heißt es in einem Sieben-Punkte-Papier, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. NRW fordert unter anderem eine zentrale Stabstelle für den Ersatzneubau innerhalb der Autobahn GmbH des Bundes, die mit besonderen Kompetenzen ausgestattet werden solle. Zuerst hatte der WDR über das Papier berichtet.

Die gesperrte marode Talbrücke sorgt seit acht Monaten für überlastete Ausweichstrecken und Unmut bei Anwohnern und Pendlern. Die Brücke auf der A45 - der wichtigsten Verbindung zwischen dem Ruhrgebiet und Frankfurt am Main - soll im Dezember gesprengt und dann neu gebaut werden. Die Autobahn GmbH des Bundes geht bislang davon aus, dass der Neubau etwa fünf Jahre dauert.

Das kritische Papier aus dem Düsseldorfer Verkehrsministerium enthält laut Überschrift «Vorschläge zum Spitzengespräch». Unter anderem fordert NRW Entlastungsmaßnahmen, damit der Fern- und Schwerverkehr Lüdenscheid weiträumig umfährt. So könne als Anreiz für den Umweg und die damit verbundene längere Wegstrecke etwa die streckenabhängige Lkw-Maut für die zusätzliche Wegstrecke ausgesetzt werden.

Der Lkw-Anteil auf der Umleitung durch Lüdenscheid habe sich fast verzehnfacht, heißt es weiter. Nach aktuellen Angaben der Stadt werden 5200 bis 6200 Lastwagen pro Tag gezählt, vor der Sperrung seien es rund 600 gewesen. Das Ministerium forderte auch Verschärfungen der Lkw-Durchfahrverbote.

Für die Sprengung der Rahmede-Talbrücke und den Neubau werde ein erheblicher Baustellenverkehr erwartet. Dieser dürfe nicht über das nachgeordnete Straßennetz erfolgen, die Autobahn GmbH müsse ihn vielmehr etwa durch Baustraßen ohne zusätzliche Belastungen der Region abwickeln.

Nicht nur durch die Sperrung der A45, sondern auch noch durch die Flut sei die Region stark betroffen, heißt es weiter. So ist die Volmebrücke im nahe gelegenen Brügge wegen gravierender Schäden bis auf Weiteres gesperrt. Über sie fahren zwei Regionalbahnen. Das NRW-Verkehrsministerium forderte «größere Kraftanstrengungen» der Deutschen Bahn DB AG bei den Sanierungsarbeiten.

© dpa
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