Zwei Braunschweiger Spieler vor Hannover-Derby bedroht

Eintracht Braunschweig gegen Hannover 96 gehört zu den brisantesten Derbys des deutschen Fußballs. Vor dem Spiel am Sonntag kam es sogar zu Vorfällen vor den Häusern zweier Spieler.
Niedersachsen-Derby
Am Sonntag kommt es zum Niedersachsen-Derby zwischen Eintracht Braunschweig und Hannover 96. © Gregor Fischer/dpa

Drei Tage vor dem brisanten Fußball-Derby zwischen Eintracht Braunschweig und Hannover 96 sind zwei Spieler der Braunschweiger zu Hause von Unbekannten bedroht worden. Die Polizei nahm am Donnerstag Ermittlungen auf, weil beide Eintracht-Profis am Morgen vor ihren Häusern blau-gelbe Holzkreuze mit dem Datum des Spiels an diesem Sonntag fanden. Zudem wurden daneben rote Flüssigkeiten verteilt, die an eine Blutlache erinnern.

«Was hier heute Nacht passiert ist, damit wurden alle Grenzen deutlich überschritten», sagte der Braunschweiger Geschäftsführer Wolfram Benz. «Spieler und ihre Familien zu bedrohen, ist völlig inakzeptabel, solche Aktionen sind einfach nur beschämend. Wir werden alles Notwendige dafür tun, damit sich unsere Spieler und ihre Familien sicher fühlen können und werden die Polizei mit all unseren Möglichkeiten unterstützen, die Vorfälle aufzuklären.»

Auch der Gegner aus Hannover verurteilte den Vorfall. «Hier werden eindeutig Grenzen überschritten», wird 96-Prokurist Christian Katz in einer Mitteilung des Clubs zitiert. «Wir hoffen auf eine schnelle Identifizierung der Täter und werden die Ermittlungen der Polizei in dem uns möglichen Maße unterstützen. Bei aller Rivalität soll der sportliche Wettkampf im Vordergrund stehen.»

Was die sportliche Rivalität und die Sicherheitsvorkehrungen angeht, gehört das Zweitliga-Duell zwischen Braunschweig und Hannover zu den brisantesten Derbys des deutschen Fußballs. Beim Hinspiel im vergangenen September (1:1) mussten aus Sicherheitsgründen im Stadion von Hannover 10.000 Plätze leer bleiben. Auch auf das Rückspiel an diesem Sonntag (13.30 Uhr/Sky) bereitet sich die Polizei seit anderthalb Monaten vor.

Die Trennung beider Fan-Gruppen habe «absolute Priorität», sagte Einsatzleiter Roger Fladung der «Braunschweiger Zeitung». «Dabei haben wir insbesondere eine Szene im Blick, die wir als „Risiko“-Szene bezeichnen. Auf deren Beobachtung und Begleitung am Spieltag legen wir besonderen Wert. Das beginnt mit der Anreise, dem Weg zum Stadion, dem Verhalten im Stadion und auch auf eine Phase nach dem Schlusspfiff.»

Die Bedrohung zweier Eintracht-Spieler steht in einer Reihe von Provokationen, geschmacklosen Aktionen und Grenzüberschreitungen rund um die Fußball-Duelle zwischen Eintracht und 96. Vor dem Bundesliga-Derby im November 2013 wurde ein Schwein mit einem 96-Schal um den Hals in der Innenstadt von Hannover ausgesetzt. Vor dem Braunschweiger Heimspiel gegen den 1. FC Heidenheim drangen Unbekannte im vergangenen Februar in das Eintracht-Stadion ein und malten mit Öl eine große «96» in den Mittelkreis des Spielfelds.

«Ich kann diese Entwicklung überhaupt nicht verstehen. Was viele Fans aus dieser Rivalität machen, ist nicht gesund und zu verurteilen», sagte der frühere Braunschweiger Nationalspieler Bernd Gersdorff der Deutschen Presse-Agentur. «Es gibt da eine historisch gewachsene Rivalität. Aber wenn man ehrlich ist: Zu meiner Zeit war das noch kein großes Thema, vor allem nicht für uns Spieler. Heute brauchst du Hunderte von Polizisten, um so ein Spiel zu schützen.»

© dpa ⁄ Sebastian Stiekel und Felix Schröder, dpa
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