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Wohnheime in Niedersachsen und Bremen voll ausgelastet

Auf dem Wohnungsmarkt für Studienanfänger und -anfängerinnen ist keine Entspannung in Sicht. Auch zum Wintersemester 2023 melden die Studentenwerke voll ausgelastete Wohnheime. Teilweise gibt es kreative Entlastungsangebote.
Studenten im Hörsaal
Studierende der Georg-August-Universität sitzen im Zentralen Hörsaalgebäude (ZHG). © Swen Pförtner/dpa/Archivbild

Die Lage auf dem Wohnungsmarkt für Studierende ist zum Start in das neue Wintersemester angespannt. Das ist das Ergebnis einer stichprobenartigen Umfrage der Deutschen Presse-Agentur bei Studentenwerken in Niedersachsen und Bremen. Die Wartelisten für Plätze in Wohnheimen sind beispielsweise lang.

Die Vorlesungen im Wintersester beginnen Mitte Oktober. An der Leibniz-Universität Hannover etwa geht es am 9. Oktober los, in Bremen am 16. Oktober und in Göttingen am 23. Oktober.

Bei allen befragten Studentenwerken sind nahezu sämtliche verfügbaren Plätze in Wohnheimen oder ähnlichen Unterkünften belegt. In Bremen und Bremerhaven sind das 2364 Betten. Die durchschnittliche Wartezeit dort liegt laut einem Sprecher bei etwa 12 Monaten.

Auch in Göttingen sind die Plätze laut dem Studentenwerk, wie schon im vergangenen Jahr, komplett ausgelastet. In der Universitätsstadt stehen in 36 Wohnheimen derzeit rund 4800 Wohnplätze zur Verfügung, die etwa 16 Prozent des Bedarfs in der Stadt abdecken. Bis zum 15. September gab es dort 4069 Neubewerbungen auf die Plätze, teilweise bereits für das Jahr 2024. 860 neue Verträge wurden zum 1. September oder zum 1. Oktober geschlossen. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass sich viele Studienanfänger und -anfängerinnen bei mehreren Studentenwerken bewerben, wenn sie noch nicht wissen, an welche Hochschule sie gehen werden.

Als weitere Entlastung gibt es in Göttingen zum erneuten Mal die Möglichkeit, übergangsweise in Hotelzimmern unterzukommen. Bis zum 30. November bietet das Studentenwerk 20 Betten in Doppelzimmern für fünf Euro pro Nacht an.

Viel Nachfrage - aber nur wenige verfügbare Wohnplätze für Studierende: Auch beim Studentenwerk Osnabrück, das für die Universitäts- beziehungsweise Hochschulstädte Osnabrück, Vechta und Lingen zuständig ist, sprechen die Zahlen eine eindeutige Sprache. So bietet das Studentenwerk in Osnabrück 1596 Wohnheimplätze an, in Vechta 138 und in Lingen 95. Die Zahl der Anträge auf frei werdende Plätze liege in Osnabrück bei 1784, in Vechta bei 202 und in Lingen bei 140, sagte Martina Marek, Leiterin der Abteilung Studentisches Wohnen. Die Nachfrage übersteigt also an allen Standorten das Angebot. Zum Wintersemester werden Mareks Angaben zufolge in Osnabrück 719 Wohnheimplätze neu vermietet, in Vechta 121 und in Lingen 39.

Aktuell würden keine neuen Wohnheimplätze geschaffen. Stattdessen renoviere und saniere das Studentenwerk den Teil der Wohnanlagen, der inzwischen etwas in die Jahre gekommen sei. «So wird jetzt gerade die rundum-erneuerte Wohnanlage «Am Sonnenkamp» in Vechta neu bezogen», sagte Marek: «Gerne würden wir neuen Wohnraum für Studierende schaffen, aber dazu fehlen die finanziellen Mittel.» Um die aktuell sehr hohe Nachfrage zumindest ansatzweise befriedigen zu können, stelle das Studentenwerk Kontakt zu Anbietern privater Wohnmöglichkeiten her.

Die Wohnraumsituation sei wie immer zum Start des Wintersemesters sehr angespannt, sagte Marek. Letztendlich lasse sich aber eine Unterkunft finden, wenn man etwas flexibel sei und einen etwas weiteren Weg zur Uni oder Hochschule in Kauf nehme oder erst einmal pendele. Zum Jahreswechsel dürfte sich die Situation ändern und man könne zwischen verschiedenen Angeboten im hochschulnahen Umfeld wählen.

Laut einer kürzlich vorgestellten Studie werden neu vermietete WG-Zimmer oder Wohnungen für Studentinnen und Studenten zudem immer teurer. Die sogenannten Angebotsmieten sind innerhalb eines Jahres um 6,2 Prozent gestiegen, wie aus dem Studentenwohnreport 2023 des Finanzdienstleisters MLP und des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervorgeht. Die Mietpreise haben demnach das zweite Jahr in Folge in allen 38 untersuchten Städten zugelegt. Zur besseren Vergleichbarkeit wurden in dem Report Preise für eine 30 Quadratmeter große Musterwohnung in Hochschulnähe und für ein 20 Quadratmeter großes Muster-WG-Zimmer kalkuliert. Mit 6,8 Prozent fiel unter anderem die Steigerung in Oldenburg besonders hoch aus.

Über mehr als 2200 Wohnplätze verfügt das Studentenwerk dort. Diese verteilen sich auf die Standorte Oldenburg, Emden, Wilhelmshaven und Elsfleth, wie der Leiter der Abteilung für studentisches Wohnen des Studentenwerks, Mats Janßen, mitteilte. Zu dem Beginn des Wintersemesters seien die Wohnanlagen des Studentenwerks nahezu komplett belegt, nur vereinzelt gebe es noch freie Zimmer. Rund 550 Studenten stünden zurzeit auf der Warteliste. «Diese Zahl befindet sich zu diesem Zeitpunkt aufgrund des Semesterbeginns natürlich auf ihrem Höhepunkt und wird sich in den nächsten Wochen und Monaten wieder einpendeln», sagte Janßen.

© dpa
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