Affenpocken-Impfung dürfte immer Einzelfallentscheidung sein

27.05.2022 Der Epidemiologe Gérard Krause rechnet nicht mit einer Impfung gegen die Affenpocken für die breite Bevölkerung. «Die Impfung wird hier, soweit derzeit absehbar, immer nur eine Einzelfallentscheidung sein», sagte der Leiter der Abteilung Epidemiologie am Braunschweiger Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) am Freitag bei einem Presse-Briefing des Science Media Centers (SMC). «Das ist sicherlich keine Sache, die sozusagen generell von der Stiko empfohlen und dann in der Breite angeboten werden wird.» Eine Impfung gegen die Affenpocken werde ein fokussiertes Instrument für besondere Situationen in einer begrenzten, klar umschriebenen Bevölkerungsgruppe sein, so Krause.

Eine Narbe einer Pockenimpfung ist an einem Oberarm sichtbar. © Bernd Weißbrod/dpa/Symbolbild

Der Münchner Infektiologe Clemens Wendtner führte bei dem Briefing aus, dass das neuerlich vermehrt in Europa erfasste Virus zuletzt auch in Sperma nachgewiesen werden konnte. «Wir haben es letztendlich auch mit einer sexuell übertragbaren Erkrankung zu tun», sagte der Leiter der Spezialeinheit für hochansteckende lebensbedrohliche Infektionen an der Klinik Schwabing, wo derzeit noch der erste deutsche Affenpocken-Patient isoliert wird.

Der Mediziner Roman Wölfel, der das Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr in München leitet, berichtete von einem Fall, in dem in der Samenflüssigkeit eine deutlich höhere Viruskonzentration nachgewiesen worden sei als im Blut. In den meisten Fällen sei das Affenpocken-Virus aber durch engen Körperkontakt übertragen worden, betonten die Experten. Das Robert Koch-Institut (RKI) geht ebenfalls von diesem Übertragungsweg aus.

Dass momentan vor allem Fälle bei Männern, die Sex mit Männern haben, bekannt sind, könnte nach Einschätzung von Experten unter anderem mit mehreren internationalen Events zusammenhängen, bei denen es zu Ansteckungen kam. Das RKI betont: «Das Risiko, sich mit Affenpocken zu infizieren, ist nicht auf sexuell aktive Menschen oder Männer, die Sex mit Männern haben, beschränkt.» Das Gesamtrisiko durch die Erkrankung wird von Gesundheitsbehörden für Personen mit mehreren Sexualpartnern als moderat und für die breitere Bevölkerung als gering eingeschätzt.

© dpa

Weitere News

Top News

Tv & kino

RBB-Affäre: Unmut über mögliche Abfindung für Schlesinger

2. bundesliga

Trauerfeier im HSV-Stadion: «Einer von uns - nur besser»: Abschied von Uwe Seeler

Internet news & surftipps

Kriminalität: BSI warnt vor Einsatz unsicherer Funk-Türschlösser

Tv & kino

Von Hollywood bis Netflix: Thailands Höhlendrama ist das perfekte Heldenepos

Job & geld

Arbeitsrecht: Nach Urlaub in Quarantäne: Wann Beschäftigten Lohn zusteht

Tv & kino

Fernsehen: TV-Comeback von Richterin Barbara Salesch

Handy ratgeber & tests

Featured: Samsung Galaxy Z Fold4: Alle Infos zum neuen 5G-Flaggschiff im Hands-on

Handy ratgeber & tests

Featured: Samsung Galaxy Z Flip4: Alle Infos zum neuen 5G-Smartphone im Hands-on

Empfehlungen der Redaktion

Regional baden württemberg

Viruserkrankung: Ministerium: Impfung gegen Affenpocken beginnt im Südwesten

Search

Krankheiten: Inzwischen 317 bestätigte Affenpocken-Fälle in Berlin

Panorama

RKI-Vizepräsident: Schaade: Eindämmung der Affenpocken kann Wochen dauern

Regional niedersachsen & bremen

Krankheiten: Affenpocken in Deutschland nachgewiesen

Regional nordrhein westfalen

Gesundheit: Impfstoff gegen Affenpocken in NRW eingetroffen

Regional berlin & brandenburg

Affenpocken: Zahl der Fälle von Affenpocken in Brandenburg steigt auf elf

Gesundheit

Ungewöhnliche Häufung: Affenpocken-Fälle weltweit: Was hat das zu bedeuten?

Regional hamburg & schleswig holstein

Virusinfektion: 49 Affenpocken-Fälle in Hamburg - Impfungen in Vorbereitung