Vorläufiger Hitzerekord und Aussicht auf Gewitter

Sehr hohe Temperaturen und kein Regen - die Wetterlage stellte Natur, Menschen und Tiere in Niedersachsen zuletzt vor große Herausforderungen. Nun ist Regen in Sicht, allerdings in Form von Unwettern.
Ein Blitz erhellt den Nachthimmel. © Tobias Hartl/Vifogra/dpa/Symbolbild

Zwei Tage haben Niedersachsen und Bremen unter heftiger Hitze gelitten - vorläufiger Temperaturrekord inklusive.

Am Mittwoch stieg die Temperatur in Niedersachsen nach vorläufigen Daten erstmals seit Beginn der Wetteraufzeichnung auf 40 Grad Celsius, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Abend mitteilte. Der in Barsinghausen-Hohenbostel (Region Hannover) gemessene Wert übertrumpfte den bisherigen Rekord des Bundeslandes um 0,4 Grad: Am 25. Juli 2019 waren es in Dörpen (Landkreis Emden) 39,6 Grad.

Rund ein Dutzend aller Messstationen in Niedersachsen meldete im Tagesverlauf Temperaturen von über 39 Grad, wie ein Meteorologe des DWD sagte. Wendisch Evern (Landkreis Lüneburg) mit 39,9 und Uelzen mit 39,8 Grad schrammten knapp an den 40 Grad vorbei. Das kleinste Bundesland Bremen erreichte in der Spitze 37,0 Grad.

Der DWD betonte am Mittwochabend, die Werte seien vorläufig zu nennen, würden aber an diesem Abend nicht mehr aktualisiert. Die Messungen würden noch einmal überprüft und gegebenenfalls korrigiert.

Wegen der Hitze gaben Einrichtungen, Behörden und Organisationen Verhaltenstipps oder änderten ihr Angebot. So verlängerten manche Freibäder ihre Öffnungszeiten. Die Ärztekammer Niedersachsen forderte besseren Schutz für chronisch kranke und ältere Menschen. Zur Versorgung alleinstehender, älterer sowie kranker Menschen sollten kommunale Hitzeschutzpläne eingeführt werden, sagten Kammerpräsidentin Martina Wenker und Vizepräsidentin Marion Charlotte Renneberg. Die Trockenheit führte zudem zu mehreren kleineren Bränden auf Wiesen und Äckern in Niedersachsen.

Um obdachlose Menschen besser vor Hitze zu schützen, verteilten Sozialarbeiter und Ehrenamtliche in Hannover Trinkwasser, Sonnencreme und Kopfbedeckungen. Die sogenannten Erste-Hilfe-Pakete, die seit Anfang der Woche an Bedürftige verteilt werden, würden gut angenommen, sagte ein Stadtsprecher. Zur Abkühlung durften sich Obdachlose auch länger als sonst in den unterirdischen U-Bahnstationen der Hannoverschen Verkehrsbetriebe Üstra aufhalten.

Derweil suchten viele Menschen Abkühlung in Badeseen, an der Nordsee und in Freibädern. Auch bei Tieren war das kühle Nass beliebt. So wurden die Bentheimer Landschweine im Zoo Hannover abgeduscht, sie und andere Zootiere erhielten zudem kalte Leckereien - etwa Eistorten aus Obst und Gemüse. Der Bremer Tierschutzverein rief dazu auf, bei Haustieren für ausreichend Wasser und Kühlung zu sorgen. Tierfreunde sollten für Vögel und Kleintiere Wasserschalen aufstellen.

Der Oldenburg-Ostfriesische Wasserverband teilte am Mittwoch mit, dass der Trinkwasserverbrauch am Vortrag bei rund 308.000 Kubikmetern gelegen habe - fast 80.000 Kubikmeter mehr als an regulären Tagen. Damit sei die Kapazitätsgrenze von aufbereitetem Wasser erreicht gewesen. Zur Trinkwasserversorgung griffen die 15 Wasserwerke des Verbandes im Nordwesten Niedersachsens deshalb auch auf Speicherwasser zurück. Der Grund für den gestiegenen Verbrauch sei eindeutig die Gartenbewässerung von Privathaushalten.

Am Abend gab es im Emsland erste kleine Schauer. Für die Nacht zum Donnerstag kündigte der Deutsche Wetterdienst Gewitter mit teils langanhaltendem Starkregen, Sturmböen und Hagel an. Örtlich könnten an manchen Orten in Niedersachsen innerhalb einer Stunde bis zu 40 Liter Regen pro Quadratmeter fallen, teilte der DWD mit. Punktuell könne es an kleineren Bächen und Flüssen zu Überflutungen kommen. Unterführungen und Keller könnten volllaufen. Die ersten Gewitter wurden gegen Mitternacht von Westen kommend in der Grafschaft Bentheim erwartet. Am Donnerstag seien dann auch in den östlichen Teilen des Bundeslandes Gewitter möglich.

Demnach sollten sich die Menschen vielerorts auf kräftigen Dauerregen einstellen. Lokal seien in sechs Stunden bis zu 80 Liter pro Quadratmeter möglich, so ein DWD-Meteorologe. Der Wetterdienst rechnete zudem mit kleinkörnigem Hagel. Aber: «Sehr trockener Boden kann Wasser schlecht aufnehmen. Das Wasser wird nicht reichen, um in tiefere Bodenschichten einzudringen», sagte der Meteorologe. Vom Bremer Raum bis nach Nordrhein-Westfalen seien alle Bodenschichten extrem trocken. «Nur Richtung Ostfriesland ist der Boden nicht ganz so ausgetrocknet.»

© dpa
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