Warnstreiks schränken Alltag erneut ein

Erneut legen die Beschäftigten im öffentlichen Dienst ihre Arbeit nieder und folgen zu Tausenden dem Aufruf zu zentralen Kundgebungen. Auch in Niedersachsen müssen wieder viele Menschen im Alltag Einschränkungen hinnehmen.
Warnstreik im öffentlichen Dienst
Viele Beschäftigte des öffentlichen Dienstes treffen sich zu einer Kundgebung der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft Verdi. © Jens Büttner/dpa

Mülltonnen bleiben voll, Busse und Bahnen fahren nicht, vielerorts brauchen Eltern Betreuungsalternativen: Mit weiteren Warnstreiks im öffentlichen Dienst hat die Gewerkschaft Verdi in Niedersachsen und Bremen erneut für viele Einschränkungen im Alltag gesorgt. Tausende Beschäftigte kamen zu zwei zentralen Kundgebungen in Hannover und Bremen zusammen.

Auf dem Opernplatz in der niedersächsischen Landeshauptstadt versammelten sich nach Angaben eines Verdi-Sprechers 15.000 Menschen, laut Polizei waren es 9500. In Bremen kamen den Beamten zufolge 6500 Betroffene zusammen. Die Beschäftigten hätten deutlich gezeigt, dass sie Willens seien, für mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen auf die Straße zu gehen, hieß es von der Gewerkschaft.

Im Zuge der bundesweiten Warnstreiks im öffentlichen Dienst blieben in vielen Städten Busse und Bahnen stehen. Zu den Arbeitsniederlegungen aufgerufen waren Beschäftigte in weiten Teilen des öffentlichen Dienstes, etwa bei der Müllabfuhr, in Kitas, Verwaltungen und Jobcentern. Der Gewerkschaft zufolge fuhren unter anderem Streikende aus Ost- und Südniedersachsen mit 60 Bussen zur zentralen Kundgebung nach Hannover.

Als Hauptredner unterstrich dort der Verdi-Vorsitzende und Verhandlungsführer Frank Werneke die Erwartungen: «Es geht um Respekt und um Wertschätzung. Und freilich ums Geld», sagte er. Ohne einen Mindestbeitrag von 500 Euro werde man nicht aus der dritten Verhandlungsrunde gehen. Falls nötig werde es weitere Maßnahmen im Tarifkonflikt geben. «Kann sein, dass wir uns hier im Frühjahr noch mal sehen», sagte der Verdi-Chef.

Die Gewerkschaft will für die bundesweit 2,5 Millionen Beschäftigten von Bund und Kommunen 10,5 Prozent mehr Lohn durchsetzen, mindestens aber 500 Euro mehr im Monat. Die Arbeitgeber bieten schrittweise fünf Prozent mehr bei zweijähriger Laufzeit sowie 2500 Euro Einmalzahlung. In der zweiten Verhandlungsrunde gab es zuletzt noch keine Annäherung. Die dritte Verhandlungsrunde ist für 27. bis 29. März in Potsdam geplant.

Betroffen sind laut Verdi in Niedersachsen insgesamt rund 250.000 Beschäftigte und im Land Bremen etwa 18.000 Beschäftigte. Die Aktionen vom Mittwoch seien an vielen Stellen des Landes extrem spürbar gewesen, bilanzierte ein Gewerkschaftssprecher am Nachmittag. Für Donnerstag seien vereinzelt Maßnahmen wie etwa im Nahverkehr und der Müllabfuhr in Hannover sowie erneut im Klinikum in Braunschweig geplant.

© dpa
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