Naturwälder als Ratgeber für nachhaltige Forstwirtschaft

Zwischen Harz und Nordseeküste kann sich die Natur in einigen Gebieten fast ohne menschlichen Einfluss entwickeln. Seit 50 Jahren gibt es sogenannte Naturwälder. Die Politik will aus ihnen Schlüsse für die Zukunft ziehen.
Die Sonne scheint in einem Wald zwischen Bäumen hindurch. © Matthias Bein/dpa-Zentralbild/ZB/Symbolbild

Ohne menschliche Einflüsse wachsen Bäume der Naturwälder in Niedersachsen kreuz und quer. Tote Bäume fallen um und werden von Käfern und Insekten besiedelt. Sterbende Bäume schaffen Platz für neue, und es entsteht eine ganz eigene Dynamik. Diese Dynamik haben Fachleute der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalten seit nun fünf Jahrzehnten beobachtet. In diesem Zeitraum wurden mehr als 100 Naturwälder in Niedersachsen ausgeschrieben. Die «Urwälder von morgen» sollen so naturbelassen wie möglich bleiben. «Urwälder gibt es in Deutschland nicht mehr. Doch mit den Naturwäldern wollen wir nah dran kommen», sagte Klaus Merker, Präsident der Landesforsten, am Dienstag anlässlich des 50. Jubiläums der ausgewiesenen Naturwälder in Niedersachsen.

Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) verwies beim Besuch eines der ältesten Naturwaldgebiete Niedersachsens im Süntel südwestlich der Landeshauptstadt Hannover auf die Bedeutung solcher Waldgebiete. Auf etwa 1300 Hektar zeigte sich dort, wie sich eine naturbelassene Waldumgebung entwickle. Nur eine naturnahe Bewirtschaftung sei nachhaltig für Mensch, Natur, Biodiversität, Wirtschaft und Klimaschutz, sagte die Ministerin.

Knapp 34.000 Hektar Wald sind in Niedersachsen naturbelassen. Diese seit 1972 steigende Zahl entwickelte sich von 0,3 Prozent zu nun 10 Prozent der Waldfläche. Zwischen Harz und Nordseeküste werden die naturbelassenen Wälder untersucht, um zu verstehen, wie eine naturnahe Bewirtschaftung der Wälder möglich ist. Dabei spiele neben der Waldstruktur, der Vegetation und der Fauna mittlerweile auch die Biodiversität eine wichtige Rolle, sagte Marcus Schmidt von den Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalten. Die Ergebnisse der Untersuchungen zeigten, dass auch Totholz wichtig für viele Organismen, Tier- und Baumarten sind.

© dpa
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