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VW sucht Fehler und Ursache für IT-Störung

Ein Krisenstab sucht bei VW nach der Ursache einer schweren IT-Störung, die die Autoproduktion in mehreren Werken zum Stillstand gebracht hat. Es gab aber Hoffnung, dass die Bänder bald wieder laufen.
Netzwerkstörung legt Volkswagen lahm
Das Haupttor des VW-Werks in Emden. © Lars Penning/dpa

Wegen einer schweren IT-Störung können beim Volkswagen-Konzern in einigen Werken vorerst keine Autos produziert werden. Die Probleme traten am Mittwoch um die Mittagszeit auf und haben nach Angaben eines IT-Dienstleisters weltweit Folgen auf die Fertigung von Volkswagen. Auch die Tochtergesellschaft Audi war betroffen. Ein Krisenstab wurde einberufen. Die Ursache blieb zunächst ungeklärt.

Die IT-Störung legte das zentrale Netzwerk des Volkswagen-Konzerns lahm. Die Produktion in mehreren Werken stehe still, bestätigte am Abend ein Konzernsprecher. «Wir können eine IT-Störung von Netzwerkkomponenten am Standort Wolfsburg bestätigen», sagte der Sprecher.

Die vier fahrzeugproduzierenden Werke in Deutschland stünden momentan still - also Wolfsburg, Emden, Zwickau und Osnabrück. Auch die Komponentenwerke in Kassel, Braunschweig und Salzgitter seien betroffen: «Die Störung besteht seit 12.30 Uhr und wird aktuell analysiert. Es gibt Implikationen auf fahrzeugproduzierende Werke.»

Auch die VW-Tochter Audi ist von der IT-Störung betroffen, wie eine Audi-Sprecherin am Abend auf Anfrage der dpa sagte. In welchem Umfang das der Fall sei, werde noch untersucht.

Nach Angaben einer IT-Dienstleisterin, die für die Netzwerke der Unternehmen zuständig ist, handelt es sich um eine weltweite Störung. «Überall stehen die Bänder still seit heute Nachmittag - auf der ganzen Welt. Audi und VW sind betroffen», sagte sie am Mittwochabend der dpa. «Wir haben ein Riesenproblem.»

Man könne nicht genau sagen, wie lange die Störung andauern werde. Die IT-Spezialistin des externen Netzwerkdienstleisters von VW und Audi geht davon aus, dass die Störung die IT mindestens bis Donnerstag beschäftigen werde. Wie es dazu gekommen sei, könne man nicht sagen. Von einer Panne bis zu einem Hackerangriff sei alles möglich.

Der VW-Konzernsprecher hatte zuvor zu Auswirkungen im Ausland noch nichts sagen können. Derzeit sehe es nicht nach einem Angriff von außen aus, hieß es am Abend. Wann das Problem behoben sein werde und die Produktion wieder laufe, sei noch nicht abzuschätzen. Zuerst hatte das «Handelsblatt» über die IT-Störung berichtet.

In vielen VW-Büros funktionierten zentrale Anwendungen an den Rechnern nicht, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Konzernkreise in der Nacht zu Donnerstag. An manchen Standorten sei der Notruf ausgefallen. Darüber hinaus seien auch Vertragswerkstätten und Händler von VW von der Störung betroffen. «Das gesamte Netz zum Handel ist stillgelegt», zitierte die Zeitung aus Händlerkreisen. Betroffen sei zudem das US-Stammwerk in Chattanooga im Bundesstaat Tennessee. «Die Produktion bei Volkswagen in Chattanooga ist aufgrund einer weltweiten IT-Störung beeinträchtigt. Wir arbeiten derzeit an der Lösung des Problems», zitierte das «Handelsblatt» einen Sprecher.

Ende August war der VW-Rivale Toyota von einem Totalausfall betroffen. Bei dem japanischen Autoriesen hatten technische Probleme für etwa einen Tag zu einem kompletten Produktionsausfall in Japan geführt. Schuld gewesen sei ein Fehler im System zur Verwaltung der Teilebestellung. Später hieß es, Ursache sei unzureichender Speicherplatz auf Servern gewesen. Bei dem Vorfall habe es sich nicht um einen Cyberangriff gehandelt, wurde betont.

© dpa
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