Wehrbeauftragte besucht Truppe: Übung mit ABC-Schutz

Soldaten des Objektschutzregiments der Luftwaffe in Friesland sind täglich in Auslandseinsätzen gefordert. Doch dafür ist ausreichend Ausrüstung und Material nötig. Die Soldaten haben konkrete Wünsche.
Eva Högl wird von Kommandeur Oberstleutnant Helge Gerken am Objektschutzregiment der Luftwaffe «Friesland» empfangen. © Sina Schuldt/dpa

Bei einer großangelegten Übung hat sich die Wehrbeauftragte des Bundestages, Eva Högl, im friesischen Schortens über die Einsatzfähigkeit des Objektschutzregiments der Luftwaffe informiert. «Ich bin sehr beeindruckt davon, auf welchem hohen Niveau hier in Schortens beim Objektschutzregiment die Fähigkeiten vorhanden sind», sagte die SPD-Politikerin am Donnerstag.

Die Dienste der Soldatinnen und Soldaten des Regiments seien nicht nur im internationalen Krisenmanagement gefragt - auch für die Bündnis- und Landesverteidigung übernehme der in der Bundeswehr einzigartige Verband eine immer wichtiger werdende Rolle, sagte Högl.

Das Objektschutzregiment bildet mit insgesamt 1300 Kräften an mehreren Standorten quasi die Bodentruppen der Luftwaffe. Zu dem Verband gehören etwa spezialisierte Infanteriekräfte, Nahaufklärer, Kampfmittelbeseitiger, ABC-Spezialisten, Pioniere, Logistiker und Feldnachrichtenkräfte.

Die Soldaten haben die Aufgabe, bei einem Auslandseinsatz einen Flugplatz aufzubauen, zu betreiben und zu beschützen, so dass weitere Truppen nachrücken können. Zurzeit werden Kräfte des Objektschutzregiments etwa in Mali eingesetzt. Etwa 110 Soldatinnen und Soldaten befinden sich laufend in Auslandseinsätzen.

In dem Übungsszenario auf dem ehemaligen Nato-Flugplatz bei Jever, wo der Großteil des Regiments stationiert ist, mussten rund 80 Soldaten einen unter Beschuss geratenen Tornado-Piloten aus seinem Kampfjet retten. Da dabei auch der Einsatz chemischer Kampfmittel simuliert wurde, arbeiteten die eingesetzten Kräfte mit ABC-Schutzausrüstung. Um Verunreinigungen aufzufangen, wurde zudem eine spezielle Dekontaminationsstation aufgebaut. Major Dirk Polter, der durch die Übung führte, zeigte sich im Anschluss zufrieden. «Es wurde sehr gut gearbeitet.»

Die Wehrbeauftragte, die während ihres Truppenbesuches auch mit vielen Soldaten sprach, betonte, dass ausreichend Material, Infrastruktur und Ausrüstung «das A und O» für die Einsatzfähigkeit der Bundeswehr seien. Angesichts des 100 Milliarden Euro schweren Sondervermögens gebe es eine «enorme Erwartungshaltung» in der Truppe, dass die zusätzlichen Mittel nun klug investiert würden. «Ich werde jetzt auch im Verlauf der Entscheidung, was wird damit bezahlt, darauf achten, dass die Soldatinnen und Soldaten davon auch wirklich profitieren», versprach Högl vor dem Objektschutzregiment.

Dringenden Handlungsbedarf gibt es laut Högl etwa bei der Ausrüstung mit Funkgeräten, die bis zu 30 Jahre alt seien, aber auch bei der persönlichen Ausstattung der Soldatinnen und Soldaten, etwa mit Helmen, Rucksäcken und schusssicheren Westen. Die Kräfte des Objektschutzregiments machten deutlich, dass sie für ihre Einsätze Mehrzweckfahrzeuge des Typs Mungo wünschten, die sie bislang nur auf Leihbasis von anderen Verbänden nutzen könnten.

© dpa
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