Games Music Hörbücher Gymondo MyTone Alle Services
vodafone.de

Verstümmelung der Ehefrau?: Gynäkologe vor Gericht

Wenn die Traumreise zum Alptraum wird. Eine Frau aus Niedersachsen soll auf ihrer Hochzeitstour in Dubai Opfer von Genitalverstümmelung geworden sein. Ihr Mann, ein Frauenarzt, steht deshalb vor Gericht.
Landgericht Braunschweig
Blick auf den Haupteingang des Landgerichts Braunschweig. © Moritz Frankenberg/dpa/Archivbild

Was geschah auf der Hochzeitsreise in einem Hotelzimmer in Dubai? Einem Frauenarzt aus Niedersachsen wird vorgeworfen, während der Reise seine Ehefrau mit einer Schere verstümmelt zu haben. Mehr als vier Jahre nach der mutmaßlichen Tat und zwei Jahre nach der Anklage beginnt am Montag (9.00 Uhr) am Landgericht Braunschweig der Prozess gegen den 54-Jährigen.

Im April 2019 wollte der Mediziner laut Anklage mit seiner Braut Geschlechtsverkehr haben. Weil das nicht gelungen sei, habe er mit einer Schere ein Stück des Jungfernhäutchens entfernt. Der Gynäkologe soll den Eingriff ohne jegliche Betäubung vorgenommen haben. Laut Anklage erlitt die Frau starke Schmerzen und verlor viel Blut.

Die damals 31-Jährige ließ die Tat aus Angst vor einer angedrohten Scheidung und einer damit verbundenen kulturellen Ächtung über sich ergehen, wie die Staatsanwaltschaft kurz nach Bekanntwerden des Falls mitgeteilt hatte. Beide Ehepartner sind demnach Deutsche mit Migrationshintergrund.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mediziner Verstümmelung weiblicher Genitalien und gefährliche Körperverletzung vor. Das Gericht gab vor Verhandlungsbeginn den Hinweis, dass die Strafkammer in ihrer aktuellen Besetzung zwar einen hinreichenden Tatverdacht in Bezug zur gefährlichen Körperverletzung sieht, aber nicht mehr zur vorgeworfenen Genitalverstümmelung.

Zum Zeitpunkt des Bekanntwerdens des Falls vor zwei Jahren machte der Mediziner laut Staatsanwaltschaft von seinem Schweigerecht Gebrauch. Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt die Unschuldsvermutung. Nach damaligen Informationen der Staatsanwaltschaft arbeitete der Mann weiter in seinem Job.

Zuständig für eine mögliche Entscheidung zum Widerruf der ärztlichen Berufserlaubnis wäre der Niedersächsische Zweckverband zur Approbationserteilung (NiZzA). Eine Sprecherin dieser Behörde bestätige damals, dass ein solcher Fall dort bekannt sei. In der Regel werde aber der Ausgang eines Strafverfahrens zunächst abgewartet.

Abhängig davon wie der Fall juristisch bewertet wird, drohen dem Mediziner bis zu zehn Jahren Haft wegen gefährlicher Körperverletzung. Für die Verstümmelung weiblicher Genitalien sieht das Gesetz eine Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr vor. Für den Prozess sind sechs Verhandlungstage geplant. Ein Urteil könnte Ende November fallen.

© dpa
Das könnte Dich auch interessieren
Empfehlungen der Redaktion
Botany Manor: Der ultimative Walkthrough mit Tipps
Games news
Botany Manor: Der ultimative Walkthrough mit Tipps
Arthur der Große
Tv & kino
Mark Wahlberg rennt mit dem Hund durch den Dschungel
Mosi - The Bavarian Dream
Kultur
Warum Rudolph Moshammer fasziniert
Künstliche Intelligenz
Internet news & surftipps
Büroarbeiter bangen wegen KI kaum um ihre Jobs
Mark Zuckerberg
Internet news & surftipps
Zuckerberg will Meta zur Nummer eins bei KI machen
Tiktok
Internet news & surftipps
Wie geht es jetzt mit Tiktok weiter?
Ralf Rangnick
1. bundesliga
Bayern-Angebot für Rangnick: Steigt bald «weißer Rauch» auf?
Sommerabend in Berlin
Wohnen
Stufen draußen mit LED-Leuchtstreifen sichtbar machen