Ausbau contra Neubau: Beirat und Landespolitik für «Alpha E»

Die umstrittene Frage eines Ausbaus oder kompletten Neubaus der Bahnstrecke zwischen Hannover und Hamburg bewegt weiterhin viele Menschen in Niedersachsen. «Es gibt die klare Position auch in der Landespolitik, dass «Alpha E» kommen soll», sagte Peter Dörsam vom gleichnamigen Projektbeirat nach Diskussionen mit Bürgern, Politkern und Bahnvertretern am Donnerstag in Celle. «Wenn die Neubauvariante nun auch Thema der Planung ist, muss auf jeden Fall zumindest ein Raumordnungsverfahren eingeleitet werden.»
„DB Trasse“ steht als Schriftzug auf einer Straße nahe der Ortschaft Westerweyhe (Aufnahme mit einer Drohne). © Philipp Schulze/dpa

Die Bezeichnung «Alpha E» bezieht sich auf die Erneuerung bestehender Streckenabschnitte, die viele Akteure nach langwierigen Beratungen bis 2015 schon favorisiert hatten. Ein Dialogforum («Schiene Nord») setzte sich für diese Alternative ein. Zuletzt mehrten sich aber Vermutungen, es könne auch auf den Bau einer neuen Nord-Süd-Trasse hinauslaufen. Anwohner und Umweltschützer erklärten - je nach Ort und Interessenlage - ihren Widerstand gegen das eine oder das andere.

Am Vormittag trafen sich in Bergen in der Lüneburger Heide Landwirte mit Traktoren zu einer Protestaktion. «Es waren auch etliche Bürgerinitiativen dabei», sagte Dörsam. Der Schienenausbau im Großraum Hannover/Hamburg/Bremen sorgt seit Jahren für Kontroversen. Durch einen Traktorenkorso mit 28 Fahrzeugen sei es zu Behinderungen im Straßenverkehr gekommen, teilte die Polizei in Celle mit. Die Demonstration verlief friedlich.

Umweltverbände forderten von der Deutschen Bahn AG ein Bekenntnis zur «Alpha E»-Variante. Der Konzern dürfe «keinen Neubau der Strecke unter gleichem Namen forcieren», so die niedersächsische Landeschefin des BUND, Susanne Gerstner. «Neben einem erheblichen Flächenverbrauch würde eine Neubaustrecke zu gravierenden Belastungen für die Natur führen», warnte sie. Ähnlich äußerte sich am Donnerstag der Nabu.

Auch Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) zeigten Unterstützung für den Ausbau anstelle eines Neubaus. «Die Vorstellungen der Bahn auf der einen und die Befürchtungen der Bevölkerung vor Ort auf der anderen Seite laufen immer stärker auseinander», sagte Althusmann nach der Veranstaltung. Nötig sei aber ein «Konsens mit dem Land». Die faktische Vorfestlegung auf eine Neubaustrecke entspreche nicht der Erwartung nach dem Dialogforum.

Die Bahn hatte Anfang des Jahres betont, man sei vom Gesetzgeber angehalten, ergebnisoffen zu planen. Zudem werde eine Mischlösung diskutiert: der Neubau nur einzelner, kurzer Abschnitte.

© dpa
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