IHK fordert zu Nachverhandlung bei 9-Euro-Ticket auf

30.05.2022 Zwischen Bremen und Norddeich-Mole verkehren Intercity-Züge, die auch mit Nahverkehrstickets genutzt werden können - doch ausgerechnet für das preiswerte 9-Euro-Ticket gilt diese Regelung nicht. Die IHK hofft auf eine Lösung und verweist dazu auch auf Baden-Württemberg.

Ein 9-Euro-Ticket ist vor einem Fahrkartenautomaten zu sehen. © Monika Skolimowska/dpa

Die Industrie- und Handelskammer für Ostfriesland und Papenburg fordert die Landesregierung auf, beim Geltungsbereich für das 9-Euro-Ticket im Nordwesten Niedersachsens nachzuverhandeln. «Aus Richtung Bremen kommen viele Touristen zu uns. Sie haben kein Verständnis dafür, dass ihr 9-Euro-Ticket nicht in den als Nahverkehrszüge ausgewiesenen InterCity-Zügen gilt», sagte IHK-Präsident Bernhard Brons am Montag in einer Mitteilung.

Die Bahn hatte vergangene Woche darauf hingewiesen, dass das Ticket nicht auf einigen Intercity-Abschnitten gilt, auf denen Fahrgäste mit anderen Nahverkehrsfahrkarten zusteigen dürfen. Der Konzern nannte sieben entsprechende Verbindungen, darunter auch Bremen-Norddeich Mole. Für diese Verbindungen gibt es Vereinbarungen mit den Ländern, dass Fahrgäste mit Nahverkehrsfahrkarte diese IC nutzen dürfen; die Länder leisten dafür eine Kompensation an die Bahn.

Die IHK fürchtet, dass die Region mit der aktuellen Regelung bei der Aktion abgehängt wird. Brons appellierte daher an die Landesregierung und die Landesnahverkehrsgesellschaft mit der Bahn nachzuverhandeln und verwies auf Baden-Württemberg. Für die sogenannte Gäubahn von Stuttgart zum Bodensee hatten sich die Regierung in Stuttgart und die Bahn darauf verständigt, dass in den Zügen auf diesem IC-Abschnitt auch das 9-Euro-Ticket akzeptiert wird. «Was im Süden geht, muss auch im Norden möglich sein», sagte Brons.

Niedersachsens Verkehrsminister Bernd Althusmann sagte der Deutschen Presse-Agentur, es sei «irritierend», dass die zuständige Bahn-Tochter DB Fernverkehr und damit auch der Bund als Eigentümer der Bahn das 9-Euro-Ticket auf der Strecke nicht anerkenne. Um die Linie vollständig für das Aktionsangebot zu öffnen, habe die Bahn 5,24 Millionen Euro als Entschädigung verlangt - eine «nicht nachvollziehbare Summe». «Wir würden uns wünschen, dass die DB den Fahrgästen entgegenkommt und hier eine pragmatische Lösung anbietet, um zum Gelingen des vom Bund initiierten 9-Euro-Projektes beizutragen - zumal es die einzige IC-Strecke in Niedersachsen ist, die für dieses Ticket infrage kommt», sagte der CDU-Politiker.

Das Wirtschaftsministerium wies auf seiner Website darauf hin, dass für Bestands- und Abokunden das 9-Euro-Ticket auch in den ICs zwischen Bremen und Norddeich-Mole gilt. Neukunden wie etwa Touristen könnten das Ticket auf der Strecke mit dem Regionalexpress nutzen, hieß es. Dieser wechselt sich mit den IC-Zügen ab.

© dpa

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