Olaf Lies: Tötung einzelner Wölfe nötig

12.05.2022 Der Vorsitzende der Umweltministerkonferenz, Niedersachens Ressortchef Olaf Lies (SPD), sieht die Tötung einzelner Wölfe als letztes Mittel in besonders von Wolfsrissen betroffenen Gebieten. Vor der Tagung mit seinen Amtskollegen von Bund und Ländern am Donnerstag in Wilhelmshaven betonte Lies, dass gerade an der Küste die Weidetierhaltung mit Schafen große Bedeutung habe, etwa für die Deichsicherheit. Dafür sei Herdenschutz notwendig, dieser müsse aber auch praktisch umsetzbar sein. Nicht überall könnten dafür jedoch hohe Zäune errichtet werden.

Olaf Lies (l, SPD) Umweltminister in Niedersachsen, und Hartmut Seetzen, Vorsitzender des Kreislandvolkverbandes Friesland. © Hauke-Christian Dittrich/dpa

«Wenn das alles nicht funktioniert - wir sind ja bereit Herdenschutz zu machen - dann ist der Wolf das Problem und dann muss der Wolf auch getötet werden», sagte Lies. Aber nicht willkürlich, sondern dort wo Handlungsbedarf bestehe. Lies betonte, dass es dafür rechtliche Rahmenbedingungen brauche. Er setze auf die Umsetzung des Koalitionsvertrages der Ampelregierung, der den Bundesländern ein «regional differenziertes Bestandsmanagement» ermöglichen soll.

Angesichts der wachsenden Zahl von Wölfen in Deutschland hatten Weidetierhalter vor der Umweltministerkonferenz die Politik aufgerufen, die Bestände der Tiere zu regulieren. Es brauche ein «echtes Wolfsmanagement» und «wolfsfreie Regionen» dürften kein Tabu in der Debatte sein, sagte der Vizepräsident des Niedersächsischen Landvolks, Jörn Ehlers, bei einer Kundgebung von rund 60 Weidetierhaltern vor dem Tagungshotel der Umweltministerkonferenz.

Die aktuelle Situation mit nahezu täglichen Wolfsrissen in Niedersachsen bereite Haltern schlaflose Nächte. «Da brauchen wir Antworten und die brauchen wir nicht übermorgen, die brauchen wir morgen», sagte Ehlers. Er übergab für das Aktionsbündnis aktives Wolfsmanagement ein Forderungspapier an Lies.

Niedersachsen hat in diesem Jahr den Vorsitz der Umweltministerkonferenz inne. Bei der zweitägigen Konferenz der Umweltminister von Bund und Ländern steht der Umgang mit Wölfen allerdings nicht auf der Tagesordnung. Deutschlandweit sind derzeit 157 Wolfsrudel erfasst, wie aus den Erhebungen der Bundesländer für das Monitoringjahr 2020/2021 hervorgeht. Die meisten Wölfe leben in der Lausitz, die sich vom Nord-Osten Sachsens bis nach Süd-Brandenburg erstreckt.

© dpa

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