Viele Kommunen suchen nach Unterkünften für Flüchtlinge

Noch immer kommen viele Flüchtlinge aus der Ukraine in Niedersachsen an. Passenden Wohnraum für sie und Schutzsuchende aus anderen Ländern zu finden, gestaltet sich laut Kommunen zunehmend schwieriger.
Ein als Raum abgetrennter Bereich mit vier Betten ist in einer Flüchtlingsunterkunft zu sehen. © Philipp Schulze/dpa/Archivbild

Viele Kommunen in Niedersachsen suchen weiter händeringend nach Wohnraum für Flüchtlinge. Bedarf nach passenden Wohnungen gebe es landesweit, teilte der Städte- und Gemeindebund in Hannover auf Anfrage mit. Gerade in Zentren und an beliebten Urlaubsorten, wo Wohnraum ohnehin knapp sei, biete der Wohnungsmarkt wenig Raum für Flüchtlinge. Nach Angaben von Kommunen werden Unterkünfte nicht nur für Geflüchtete aus der Ukraine gebraucht, sondern auch für Asylsuchende etwa aus Syrien und Afghanistan.

«Bereits vor Beginn des Krieges in der Ukraine war die größte Herausforderung im Kontext Flüchtlingsunterbringung der knappe Wohnraum - sowohl in Ballungsräumen als auch auf dem Land», teilte der Präsident des Städte- und Gemeindebundes, Marco Trips, mit. Dies liege besonders an dem angespannten Wohnungsmarkt und den Mietpreisen. «Der Zuzug vieler Vertriebener aus der Ukraine dürfte die Lage noch verschärft haben, wobei vielerorts von privater und institutioneller Seite eine hohe Bereitschaft zur Unterstützung erkennbar ist», sagte Trips.

Der Landkreis Oldenburg etwa meldete in dieser Woche, dass seine Notunterkünfte in Hude und Wildeshausen, die als Puffer vor der Weiterverteilung in Wohnungen und Häuser dienen, immer stärker belegt seien. «Bei weiter stetigen Zuweisungen von Asylsuchenden durch das Land Niedersachsen gestaltet sich das Vermitteln in entsprechenden Wohnraum zunehmend schwieriger», teilte der Kreis mit. Der Landkreis bat deshalb erneut Wohnungseigentümer, «jeglichen verfügbaren Wohnraum» anzubieten.

Mit ähnlichen Aufrufen hatten sich in den vergangenen Wochen unter anderem auch schon die Städte Emden, Lingen, Nordhorn und Osnabrück sowie die Landkreise Leer und Ammerland an ihre Bevölkerung gewandt. Die Kreisverwaltung in Leer mietete Anfang Juli ein leerstehendes Hotel in der Gemeinde Moormerland als weitere Erstunterkunft an. Denn nicht allen Flüchtlingen könne innerhalb kurzer Zeit eine passende Wohnung zur Verfügung gestellt werden, teilte der Kreis mit. Die Suche nach geeignete Unterkünften werde schwieriger.

Bis Anfang Juli sind in Niedersachsen rund 87.000 Ukraine-Flüchtlinge von Behörden registriert worden, wie das Innenministerium in Hannover mit Verweis auf Daten des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge mitteilte. Das sind fast 20.000 mehr als noch Mitte Mai. Wie viele der in Niedersachsen registrierten Menschen auch im Bundesland bleiben, kann das Ministerium nicht sagen. An einem sogenannten Drehkreuz am Messebahnhof Laatzen bei Hannover werden viele Flüchtlinge registriert, reisen danach aber weiter.

Im Vergleich zu Mitte Mai ist unterdessen die Zahl der kreisfreien Städte und Kreise, die wegen zu starker Belastung von der Aufnahme ukrainischer Flüchtlinge ausgenommen werden, von 13 auf 17 gestiegen. Dazu zählen zurzeit die Städte Oldenburg, Osnabrück, Braunschweig, Wolfsburg, Göttingen und die Landeshauptstadt Hannover sowie die Landkreise Northeim, Osnabrück, Heidekreis, Holzminden, Cloppenburg, Lüchow-Dannenberg, Celle, Göttingen, Goslar, Vechta, Hameln-Pyrmont.

© dpa
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