Ausmaß der Afrikanischen Schweinepest wird untersucht

Die Afrikanische Schweinepest hat Niedersachsen erreicht. Bislang ist ein Betrieb im Emsland betroffen. Untersuchungen sollen klären, ob sich die Tierseuche weiter ausgebreitet hat.
Der Landwirtschaftlichebetrieb in dem die Afrikanische Schweinepest (ASP) ausgebrochen ist. © Lars Klemmer/dpa/Archivbild

Nach dem Nachweis der hochansteckenden Afrikanischen Schweinepest in einem Betrieb in Emsbüren im Landkreis Emsland wird nun das Ausmaß der Tierseuche untersucht. Für Montag waren Ergebnisse von Laboruntersuchungen erwartet worden. Die Proben aus einem Kontaktbetrieb sollen klären, ob sich die Krankheit weiter ausgebreitet hat. «Mit der Blutprobe gehen wir auf Nummer sicher», sagte eine Sprecherin des Landwirtschaftministeriums.

Hinweise, wie die Tierseuche in den Betrieb mit 280 Sauen und rund 1500 Ferkeln kam, gebe es bislang nicht. Dem Ministerium zufolge sind Veterinäre des Landkreises, des Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit sowie des Bundes an der Analyse beteiligt. Die Tiere des betroffenen Betriebs wurden getötet. Wie hoch der wirtschaftliche Schaden ist, war zunächst unbekannt.

Die Afrikanische Schweinepest ist eine ansteckende Viruserkrankung bei Haus- und Wildschweinen, die fast immer tödlich verläuft und unheilbar ist. Die Erkrankung kann direkt von Tier zu Tier übertragen werden oder indirekt vom Menschen über kontaminierte Gegenstände wie Kleidung und Schuhe. In der Regel geht sie mit Fieber einher, die Tiere stellen das Essen ein und sterben schnell. Für Menschen ist die Schweinepest ungefährlich.

Am Wochenende hatte das nationale Referenzlabor, das Friedrich-Loeffler-Institut, den Befund des Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit bestätigt. Um den betroffenen Betrieb wird eine Sperrzone eingerichtet - in dem Gebiet in den Kreisen Emsland und Grafschaft Bentheim liegen knapp 300 Schweinebetriebe. Nach Zahlen des Landwirtschaftsministeriums in Hannover vom Mai 2022 werden in Niedersachsen rund 7,3 Millionen Schweine in etwa 4400 Betrieben gehalten.

Der Naturschutzorganisation Nabu zufolge gilt menschliches Handeln als Hauptursache für die Verbreitung der Afrikanische Schweinepest. «Diese erfolgt über Tiertransporte, die Verbreitung kontaminierter Gegenstände wie Kleidung, Geräte, Fahrzeuge sowie auch die Einführung von Lebensmitteln wie Fleisch oder Wurstwaren, deren Reste unsachgemäß entsorgt werden und in Kontakt mit Wild- oder Hausschweinen kommen», schreibt die Organisation. Sie kritisiert, dass als Schuldige für die Verbreitung immer wieder Wildschweine genannt würden. «Dabei liegt die Schuld beim Menschen.»

In Deutschland wurde die Afrikanische Schweinepest erstmals im September 2020 bei einem Wildschwein in Brandenburg nachgewiesen. Später wurden auch Fälle bei Wildschweinen in Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern registriert. Bei gehaltenen Schweinen wurden dem Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit bislang Ausbrüche in den Bundesländern Brandenburg (Juli 2021), Mecklenburg-Vorpommern (November 2021), Baden-Württemberg (Mai 2022) sowie nun in Niedersachsen festgestellt. Auch in Europa breitet sich die Tierseuche demnach weiter aus.

© dpa
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