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Tierhalter dringen auf Lockerungen des Wolfschutzes

Vertretern von Tierhaltern reichen die anstehenden Beratungen der Umweltminister über ein schnelleres Vorgehen bei verhaltensauffälligen Wölfen bei weitem nicht aus. Der Förderverein der Deutschen Schafhaltung fordert von der Bundespolitik, eine Populationsbegrenzung festzulegen. Alle überzähligen Wölfe seien zu entnehmen, forderte der Vorsitzende Wendelin Schmücker anlässlich der an diesem Donnerstag startenden Herbstkonferenz der Umweltminister von Bund und Ländern. Die steigende Zahl an Wölfen habe dramatische Folgen für Weidetiere und deren Halter, die um ihre Existenz bangten.
Wölfe
Zwei Wölfe sind in einem Gehege in einem Wildpark zu sehen. © Patrick Pleul/dpa/Symbolbild

Auch der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband beklagt, dass trotz enormer Anstrengungen beim Herdenschutz die tödlichen Übergriffe des Wolfs auf Nutztiere erheblich gestiegen seien. Der regionale Bauernverband fordert eine Entnahmequote. Zum Auftakt der zweitägigen Umweltministerkonferenz im westfälischen Münster, zu der auch Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) erwartet wird, wollen Landwirte demonstrieren. Unterdessen kündigte eine Reihe von Verbänden die Mitarbeit im Bundeszentrum für Weidetiere und Wolf auf. Wesentliche Themen rund um die Probleme der Weidetierhalter mit dem Wolf würden nicht aufgegriffen, erklärte der Deutsche Bauernverband.

Der Wolf ist das zentrale Thema bei der zweitägigen Konferenz der Umweltminister. Lemke hat im Oktober Vorschläge zu einem schnelleren Abschuss einzelner Tiere vorgelegt. Laut ihrem Ministerium ist dafür keine Änderung von Bundesgesetzen erforderlich. Die Länder könnten die Abschussregeln umsetzen. Allerdings sprachen sich die Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern und Bayern, Till Backhaus (SPD) und Thorsten Glauber (Freie Wähler), vor der Konferenz für Rechtsänderungen seitens des Bundes aus. Mehrere Umweltminister der Grünen begrüßten Lemkes Vorschläge. Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer (Grüne) will sich für einen großen Spielraum der Länder einsetzen, der aber rechtssicher sein müsse.

Die Ergebnisse ihrer Beratungen wollen die Umweltminister am Freitagnachmittag in Münster in einer Pressekonferenz vorstellen. Vor dem Beginn gab es zum Thema Wolf gleich drei Tagesordnungspunkte.

© dpa
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