Zugvogeltage beginnen im Nationalpark Wattenmeer

Millionen von Zugvögeln rasten auf ihrem Rückweg aus den arktischen Brutgebieten in den Süden zurzeit im Wattenmeer. Für Interessierte des Naturschauspiels gibt es ein breites Veranstaltungsprogramm.
Zugvögel fliegen über das Wattenmeer der Nordseebucht Jadebusen. © Sina Schuldt/dpa/Archivbild

Sie kommen, um sich für ihre lange Reise satt zu fressen: Millionen von Zugvögeln werden in diesen Wochen im Wattenmeer zwischen Dollart und Elbmündung erwartet. Besucherinnen und Besucher können das Naturschauspiel im Weltnaturerbe Wattenmeer an der Küste und auf den Inseln bei den 14. Zugvogeltagen verfolgen, die an diesem Samstag beginnen. Insgesamt gibt es bis zum 16. Oktober mehr als 250 Informations- und Unterhaltungsveranstaltungen rund um Zugvögel, wie die Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer mitteilte. Darunter etwa Exkursionen zu Fuß, per Rad oder mit dem Schiff, Vorträge, Ausstellungen, Lesungen, Theater und Filme.

«Die ersten Schwärme sind schon zu sehen», sagte die Sprecherin der Nationalparkverwaltung in Wilhelmshaven, Imke Zwoch. Bei den Zugvogeltagen habe jede und jeder die Gelegenheit, Zugvögel aus nächster Nähe zu beobachten. Das gehe besonders gut an den vielen Beobachtungsstellen an der Küste, wo auch Experten mit speziellen Fernrohren parat stehen. Feste Stationen gibt es etwa am Pilsumer Leuchtturm und am Speicherbecken in Neßmersiel in Ostfriesland sowie am Vareler Hafen in Friesland. An der Kugelbake in Cuxhaven und an den Nordseiten der Ostfriesischen Inseln ließen sich bei guten Wetterlagen auch Hochseevögel beobachten, sagte Zwoch.

Das Wattenmeer gilt im Herbst als Drehscheibe des Ostatlantischen Vogelzugs: Viele der Zugvögel kommen von Brutgebieten im Norden Europas, Asiens oder gar Amerikas. Auf ihrem oft Tausende Kilometer langen Weg in die südlichen Winterquartiere legen sie eine Rast ein - und zwar im Wattenmeer. Viele nordische Gänse bleiben auch und verbringen die kalten Monate an der Nordseeküste. Alle Vögel nutzen den Nahrungsreichtum im Watt, um ihre Energiereserven aufzufüllen.

Im Mittelpunkt der Zugvogeltage stehen in diesem Jahr der Kiebitzregenpfeifer und seine arktischen Brutgebiete. Denn der Klimawandel führt laut Nationalparkverwaltung bereits dazu, dass sich im hohen Norden die Jahreszeiten verschieben. Viele Zugvogelarten wie etwa der Kiebitzregenpfeifer müssen sich daran anpassen, um weiter ihre Jungen aufzuziehen. Allerdings sei auch die über den Sommer andauernde Vogelgrippe-Epidemie ein Thema, sagte Zwoch. Die Seuche hatte in den Seevogelkolonien an der Nordsee zu großen Verlusten geführt - vor allem viele Brandseeschwalben waren betroffen.

Die Zugvogeltage enden mit einem Fest am 16. Oktober in Horumersiel im friesischen Wangerland.

© dpa
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