BUND warnt vor Aussterben des Gartenschläfers

Er ist der kleine Verwandte des Siebenschläfers: Der Gartenschläfer ist eine Schlafmausart, die früher in vielen Regionen Niedersachsens verbreitet war. Doch für die Art sieht es nicht gut aus.
Ein Gartenschläfer. © picture alliance / dpa/Archivbild

Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) hat vor dem Aussterben des Gartenschläfers in den deutschen Mittelgebirgen gewarnt. Die kleine nachtaktive Schlafmaus, die einen langen Winterschlaf hält, lebt in Wäldern, Weinbergen und Gärten. Einer Untersuchung zufolge könnte das Waldsterben ein Grund für den Rückgang der Art sein, wie der Umweltschutzverband mitteilte. In anderen Regionen, etwa im Südwesten Deutschlands, sei die Schlafmaus davon nicht betroffen. Auf einer Tagung in Goslar will der BUND am Freitag über die Untersuchungsergebnisse informieren.

«Für die Biodiversität und das natürliche Gleichgewicht ist es ein erheblicher Verlust, wenn Arten aussterben», sagte die Leiterin des Projektes «Spurensuche Gartenschläfer», Andrea Krug vom BUND. Die Gartenschläfer würden aus ihren natürlichen Lebensräumen, den Wäldern, dramatisch verschwinden, so auch in Niedersachsen.

Telemetriedaten würden zeigen, dass die Nager beispielsweise im Harz bevorzugt in Wäldern mit viel Totholz oder unterschiedlich alten Bäumen leben. Das seien Lebensräume, die derzeit wegfielen. Zudem setzen Rattengifte, Reste inzwischen verbotener Pestizide und das Insektensterben den Tieren zu. Insekten zählen zu den Hauptnahrungsmitteln der Mäuse.

Der Gartenschläfer sei zudem kein Einzelfall. «Eine ähnliche Bedrohung ist beim Feldhamster zu finden», sagte die Umweltschützerin. Die Art sei kurz vor dem Aussterben. Doch es gebe wenige Daten und die Ursache des Schwundes sei unklar.

Für den Schutz der Gartenschläfer müsse unter anderem Totholz in den Wäldern gelassen werden. Aktuell wird es häufig abtransportiert, um dem Borkenkäfer den Lebensraum zu nehmen und dadurch den Wald zu schützen. Die Niedersächsischen Landesforsten haben hier vor einigen Monaten aber einen Strategiewechsel angekündigt. Zudem müssten Gärten naturnah gestaltet, Streuobstwiesen angelegt und auf den Gifteinsatz verzichtet werden.

In den vergangen 30 Jahren habe sich das Verbreitungsgebiet der Tiere um die Hälfte verringert, hieß es. In Niedersachsen kamen die kleinen Verwandten des Siebenschläfers laut BUND früher auch im Solling, im Göttinger Wald sowie im Raum Hameln und Helmstedt vor. Dort wurden sie zuletzt nicht mehr entdeckt.

© dpa
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