Niedersachsenmetall für längere Arbeitszeiten

Der Präsident des Arbeitgeberverbandes Niedersachsenmetall, Wolfgang Niemsch, hat sich angesichts der Tarifforderung der IG Metall für längere Arbeitszeiten ausgesprochen. «Wenn die Forderung nach acht Prozent realisiert werden sollte, sind wir mit überproportional steigenden Personalkosten konfrontiert», sagte er der «Braunschweiger Zeitung» (Freitag). Eine Möglichkeit wäre aus seiner Sicht, «zwei Stunden pro Woche mehr zu arbeiten, also 37 Stunden in der westdeutschen Metall- und Elektroindustrie und 39 Stunden in den neuen Bundesländern».
Aus einer Bramme wird in einem Warmbandwerk ein Warmband mit Hilfe einer Coilbox hergestellt. © Rolf Vennenbernd/dpa/Symbolbild

«Warum sollen wir nicht montags bis donnerstags eine halbe Stunde länger arbeiten?», fragte Niemsch. «Damit würden wir auch das Fachkräfteproblem abfedern und eine Produktivitätssteigerung von knapp sechs Prozent erreichen.» Die Gewerkschaft verlangt acht Prozent mehr Geld über eine Laufzeit von einem Jahr - und zwar als Erhöhung, die dauerhaft in die Tariftabellen einfließt. Es ist die höchste Forderung seit 2008.

«Heben wir im Tarifvertrag die Arbeitszeit an, hätten wir automatisch eine Entgeltsteigerung von sechs Prozent «im Sack»», sagte Niemsch. «Dann können wir uns immer noch über eine tabellenwirksame Entgelterhöhung im erträglichen Rahmen unterhalten.» Er räumte ein, es sei ein «hartes Brett» für die Gewerkschaften, die 35-Stunden-Woche aufzugeben: «Aber angesichts der Situation darf es keine Denkverbote geben.»

Der Manteltarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie sehe schon die Möglichkeit vor, dass 17 Prozent der Belegschaft 40 Stunden pro Woche arbeiten können: «Es gäbe in der jetzigen Tarifrunde daher auch die Möglichkeit, diese Quote zu verändern oder sie abzuschaffen. In Zukunft werden wir um flexiblere Arbeitszeitmodelle nicht herumkommen.» Er könne die Forderung der Gewerkschaft nach einer tabellenwirksamen Erhöhung zwar nachvollziehen. «Und es ist auch richtig, dass viele Unternehmen trotz Corona in den vergangenen Jahren gut verdient haben. Aber dieser Gewinn schmilzt im Moment dahin wie das Eis in der Sonne.»

© dpa
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