Liftbetreiber im Harz sorgen sich um Energiekosten

Die Energiepreise steigen. Das bereitet auch den Betreibern von Skiliften und Seilbahnen im Harz große Sorgen. Denn die Anlagen verbrauchen viel Strom. Was planen sie für den Winter?
Eine Gondel der Kabinenseilbahn in Thale schwebt über dem Bodetal. © Matthias Bein/dpa/Archivbild

Die Betreiber der Seilbahnen und Skilifte im Harz sorgen sich wegen der hohen Energiekosten. Ob es in diesem Winter genug Schnee gibt, ist die nächste Frage. Denn auch die Schneekanonen verbrauchen viel Strom und Wasser.

Die Öffnungszeiten der Wurmbergseilbahn in Braunlage sind bereits stark eingeschränkt. «Derzeit fährt die Seilbahn bei schlechtem Wetter gar nicht, also nicht mehr täglich wie sonst», sagt Betriebsleiter Fabian Brockschmidt. Vielleicht werde er in den Herbstferien wieder jeden Tag öffnen. An den Wochenenden und Feiertagen soll die Seilbahn aber fahren. 

«Im vergangenen Jahr habe ich im August acht Cent pro Kilowattstunde gezahlt, in diesem Jahr waren es 42 Cent», sagt Brockschmidt. Das könne er nicht stemmen, zumal die Preise weiter steigen sollen. «Ich mache mir sehr große Sorgen», erklärt der Betriebsleiter.

Am Hexenritt in Braunlage bereitet man sich auf die Saison vor. «Wenn es Naturschnee geben sollte, öffnen wir gerne», erklärt Brockschmidt. Den Einsatz von Schneekanonen müsse man abwarten. Den gesamten Wurmberg zu beschneien werde nicht gehen. «Wir müssen uns dann auf kleine Bereiche konzentrieren», so Brockschmidt. Er sitze mit dem Rat und der Verwaltung der Stadt zusammen, um den Skiort Braunlage auch weiterhin für Touristen attraktiv zu gestalten. «Die zwei Jahre Corona waren nichts gegen das, was wir jetzt vor uns haben», sagt er.

Auf dem Matthias-Schmidt-Berg in Sankt Andreasberg laufen die Lifte bis Ende Oktober im Sommerbetrieb wie immer, es gibt derzeit keine Einschränkungen. «Wir machen uns Gedanken, weil wir nicht wissen, wie es hinsichtlich der Energiekosten weiter geht», sagt Karsten Otto, Geschäftsführer der Alberti-Lift GmbH. Natürlich sei er sensibilisiert, wenn es um das Thema Energie geht. Rund 80 Prozent der Kosten seien Personal- und Energiekosten. «Wir versuchen, den Skibetrieb nach besten Möglichkeiten hinzubekommen», betont Otto. Mehr könne er zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen.

Kabinenlift und Sesselbahn am Bocksberg in Hahnenklee sind derzeit geöffnet und fahren im Normalbetrieb. Ob das Skigebiet im Winter künstlich beschneit wird, ist offen. «Eine Beschneiung ist nur ab minus drei Grad effektiv», sagt Betriebsleiter Uwe Hartwich. Das sei in den vergangenen Jahren nicht der Fall gewesen. Die Schneekanonen benötigten viel Strom und Wasser, das müsse man sich genau überlegen. «Wir machen uns schon Gedanken wie es weitergeht, auch mit dem Besucherverhalten», sagt Hartwich. Man müsse abwarten, ob noch viele Tagesgäste kommen, denn jeder müsse ja auf das Geld achten.

© dpa
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